vor 1 Tag
Klares Zeichen an den Rest der Liga
Im legendären Grünwalder Stadion empfingen die Munich Ravens zum letzten Spiel des ersten EFA-Spieltags die Raiders Tirol. Die Fans vor Ort bekamen dabei vor allem in der ersten Halbzeit ein wahres Offensiv-Spektakel beider Teams geboten, ehe sich die Hausherren in der zweiten Hälfte deutlich absetzten.

Das letzte Spiel des ersten EFA-Spieltags versprach vor Kickoff jede Menge Spannung. Die Hausherren aus München hatten im vergangenen Jahr eine starke Saison in der ELF gespielt und sich anschließend mit mehreren hochkarätigen Neuzugängen verstärkt. Die Raiders hingegen setzten auf eine alte Franchise-Legende: Erfolgscoach Shuan Fatah kehrte zurück und sollte das Team wieder zu alten erfolgreichen Zeiten führen.
Die Ravens vergeudeten keine Sekunde, um vor heimischer Kulisse direkt ein Statement zu setzen. US-Amerikaner Bijon Harris eröffnete den ersten Ballbesitz Münchens unmittelbar mit einem Kickoff-Return-Touchdown zur frühen 7:0-Führung.
Die Gäste aus Innsbruck konnten mit ihrem neuen Quarterback Steven Krajewski zunächst nicht antworten und mussten schnell punten. Dabei hatten die Raiders sogar Glück, dass einer seiner Pässe nicht direkt abgefangen wurde. Auch die darauffolgende erste echte Offensivserie der Ravens, erneut angeführt von Quarterback Russell Tabor, sorgte sofort für ein Big Play. Wide Receiver Sixten Dragan fing einen kurzen Pass, brach mehrere Tackles und trug den Ball tief in die gegnerische Hälfte.
In der Redzone standen die Münchener anschließend vor einer 4th-&-Inches-Situation, die sie erfolgreich mit einem Quarterback Sneak lösten. Im darauffolgenden dritten Versuch fing Tight End Phillip Okonkwo einen kurzen Pass von Tabor in der Endzone und erhöhte auf 14:0.
Die Gäste fanden anschließend ihren offensiven Rhythmus und bewegten den Ball in einem effizienten Drive bis tief in die Hälfte der Münchener. Dort setzte Krajewski zu einem tiefen Pass an, den Toni Rabensteiner in der linken Ecke der Endzone zum Touchdown fing.
Doch die Hausherren zeigten sich davon unbeeindruckt. In der sich weiterhin im ersten Quarter befindenden Partie antwortete Running Back Justin Rodney direkt mit einem Big Play im Laufspiel, während auch Tabor wenig später mit mehreren starken Läufen den nächsten Touchdown zur 21:7-Führung nicht nur vorbereitete, sondern per Hechtsprung selbst erzielte.
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Es war erneut Zeit für eine Antwort der Raiders, die damit die von Offensiv-Football geprägte erste Hälfte weiter fortsetzten. Krajewski warf den Ball über die Mitte in die dritte Etage, wo der großgewachsene US-Amerikaner Aaron Jackson den Pass fing und rückwärts in die Endzone fiel, um erneut auf ein One-Score-Spiel zu verkürzen.
Doch die Münchener machten keinerlei Anzeichen, den Fuß vom offensiven Gaspedal zu nehmen. Nach einem spektakulären Catch von Justus Seelig an der Seitenlinie fand Tabor den nächsten Receiver der Ravens in der Endzone. Diesmal war es Marvin Rutsch, der nach einem erfolgreichen Fake Screen völlig frei den Ball zum Touchdown sichern konnte.
Danach konnten die Österreicher jedoch nicht mit einem Touchdown antworten. Stattdessen verkürzte ein langes Field Goal den Spielstand rund eine Minute vor dem Ende der ersten Halbzeit auf 21:17.
Mit diesem Ergebnis wollten sich die Ravens jedoch nicht in die Halbzeit verabschieden. Rund 20 Sekunden vor Ablauf der Uhr warf Tabor tief auf US-Amerikaner Malik Stanley, der den nächsten Touchdown-Pass seines Quarterbacks zum 33:17-Halbzeitstand fing.
Nach der Pause bekamen zunächst die Raiders den Ball, mussten ihre erste Possession der zweiten Halbzeit jedoch mit einem Punt statt mit Punkten beenden. Die Münchener nutzten diesen Stop eiskalt aus. Nach einigen effizienten Spielzügen setzte Tabor zu einem designten Quarterback Draw an und fand sich nach einem langen Lauf erneut in der Endzone wieder. Auch die anschließende Two Point Conversion auf Louis Geyer war erfolgreich, wodurch die Ravens das Spiel bereits nach wenigen Minuten im dritten Quarter komfortabel mit 41:17 anführten.
Während die Gäste ihre Offensiv-Power aus der ersten Hälfte erneut nicht abrufen konnten, lieferten die Ravens vor heimischen Fans weiter spektakuläre Big Plays. Nachdem die Offensive Line der Münchener ein großes Loch für Rodney freiblockte, nutzte dieser seinen Speed und vollendete einen längeren Lauf mit einem weiteren Touchdown.
Doch geschlagen geben wollten sich die Österreicher weiterhin nicht. Nachdem Jackson einen tiefen Ball seines Quarterbacks in der Redzone sichern konnte, waren Punkte erneut in Reichweite. Dann folgte jedoch eine Misskommunikation zwischen Krajewski und Jackson, wodurch der Ball in den Händen von Bijon Harris landete. Der Ravens-Spieler fing die Interception in der Endzone ab und konnte nach seinem Kickoff-Return-Touchdown zu Beginn der Partie nun auch noch einen Ballgewinn in seinem persönlichen Boxscore verbuchen.
Und die Ravens machten keinerlei Anzeichen, die Führung lediglich verwalten zu wollen, ganz im Gegenteil. Wenige Spielzüge nach dem Turnover setzte Tabor zum nächsten tiefen Pass an, den der deutsche Receiver Louis Geyer nach einem umkämpften Duell mit seinem Verteidiger über mehrere Yards festmachte. Der ELF-Final-MVP des Vorjahres war damit allerdings noch nicht fertig: Wenig später stand er komplett frei in der Endzone und fing den nächsten Touchdown-Pass seines Quarterbacks zur 55:17-Führung.
Knapp acht Minuten vor Schluss konnten Krajewski und Jackson ihre vorherige Misskommunikation wiedergutmachen und vollendeten einen tiefen Pass zum Touchdown. Die letzten Punkte der Partie waren das jedoch noch nicht: Nachdem Harris erneut mit einem starken Kickoff-Return für eine gute Feldposition gesorgt hatte, verwandelte Kicker Daniel Schweiger vor mehr als 5000 Zuschauern im Grünwalder Stadion seinen Field-Goal-Versuch zum 58:24.
Doch auch die Gäste wollten es bei diesem Spielstand nicht belassen. Ein später Touchdown von Lukas Haslwanter knapp zwei Minuten vor Schluss sorgte noch für etwas Ergebniskosmetik und den 58:30-Endstand.
