18.06.2026
GFL-Spieltag 7
Sechs Spieltage, keine Niederlage. Wenn die Hildesheim Invaders am Samstag im Friedrich-Ebert-Stadion auf die Potsdam Royals treffen, stehen sich zwei bisher ungeschlagene Spitzenreiter aus Brandenburg und Niedersachsen gegenüber. Aber nicht nur im Norden gibt es Entscheidungen. Der siebte Spieltag der effect® ENERGY GFL hält fünf Partien bereit, die live bei DF1, Twitch und Sporteurope.tv zu sehen sind und in der Tabelle für Bewegung sorgen werden.

Wenn zwei Teams eine perfekte Bilanz in die Partie tragen, braucht es keinen weiteren Aufhänger und trotzdem liefert diese Paarung noch mehr als nur die nackten Ergebnisse. Die Hildesheim Invaders sind in der laufenden Saison offensiv das produktivste Team der Liga. Sie empfangen den amtierenden Deutschen Meister und führen die beste Offense der GFL mit 192 erzielten Punkten, 2.067 Total Yards und der stärksten Third Down Conversion Rate (52%) nach fünf Spielen an. Quarterback Nelson Hughes bringt sagenhafte 71 Prozent seiner Pässe an und baut dabei auf ein junges, ausnahmslos aus deutschen Talenten bestehendes Receiving Corps mit Paul Terjung als Ausnahmespieler.
Auf der anderen Seite wartet die statistisch beste Defense der GFL. Die Potsdam Royals lassen im Schnitt weniger als sieben Punkte und 190 Total Yards pro Spiel zu. Aber auch Hildesheim besitzt eine Defense, die sich mit dem Champion messen darf. Ähnliches gilt allerdings auch für den Angriff der Royals.
Potsdams Offensive funktioniert vor allem über Xeavier Bullock Under Center. Mit 16 Touchdowns bei nur drei Interceptions spielt der lauffreudige Dual-Threat-Quarterback auffallend fehlerfrei. Wichtigster Receiver für ihn ist dabei Maximilian McLeod mit 29 Catches für 422 Yards.
Beide Teams spielen im Angriff bisher tadellos. Beide verhindern mit ihrer Defense Punkte wie kaum eine andere Mannschaft. Beide erheben damit Anspruch auf den Titel im Norden. Dieses Spiel wird die Weichen für den Rest der Saison stellen und es ist ein absolutes Muss für jeden Football-Fan, sich diesen Showdown live anzusehen.
Die Munich Cowboys empfangen die Straubing Spiders am Samstag um 16:00 Uhr im Dantestadion und sind klarer Favorit. Mit einer Bilanz von 3-2 steht München auf Rang Drei der GFL Süd, während Straubing nach vier Spielen noch auf den ersten Saisonsieg wartet. Jedoch haben die Spiders zuletzt gezeigt, dass sie kein Fallobst sind. Sowohl gegen die Saarland Hurricanes (16:21) als auch gegen die Allgäu Comets (20:24) verloren sie denkbar knapp.
Ihr neuer Quarterback Raleigh Yeldell warf in seiner ersten Partie für 227 Yards, streute aber auch drei Interceptions ein. Munich-Quarterback Nicholas Semptimphelter führt die GFL im Gegenzug mit 1.623 Passing Yards an. Die Cowboys-Offensive hat Potenzial, muss jetzt aber in der Red Zone weitere Anspielstationen als Gabriel Boccella finden. Mit elf Touchdowns spielt er dort brillant. Doch nach und nach stellen sich die Gegner darauf ein und Straubing tut gut daran, ihm gleich mehrere Sonderbewacher auf den Hals zu hetzen, wenn es um die entscheidenden Yards geht.
Der erste Saisonsieg der Düsseldorf Panther, ein 14:7 bei den Kiel Baltic Hurricanes, hat dem Team spürbar neues Selbstvertrauen gegeben. Nun sollen die Braunschweig Lions im Benrather Stadion als nächstes Opfer herhalten. Die Lions stehen bei 0-5 so schlecht wie noch nie in ihrer langen GFL-Historie da. Doch der Schein trügt.

Gegen die Dresden Monarchs lieferte sich Braunschweig vor einer Woche einen harten Fight und unterlag erst in der Schlussphase mit 16:24. Tatsächlich ist Braunschweigs Defense mit 201 zugelassenen Punkten in fünf Spielen aber die löchrigste der Liga. Sie wird Düsseldorf einladen. Aber mit ein paar Turnovern wird dieses Spiel eine unerwartete Wendung nehmen.
Für die Dresden Monarchs ist es das letzte Heimspiel vor der Sommerpause und ein weiterer Anlass, die Heimfans nochmals zu begeistern. Die Monarchs führen die GFL Nord neben Potsdam und Hildesheim mit 5-0 an und sind das Team mit den meisten Sacks der Liga (21). Quarterback Rocky Lombardi (1.351 Yards, 68% Completion Rate) und Receiver Montigo Moss (31 Catches, 488 Yards, 42 Punkte) bilden dazu ein zuverlässiges Gespann.
Kiel steht bei 1-4 und kämpft vor allem mit seiner Offense, die in fünf Spielen lediglich 62 Punkte erzielte. Auf dem Papier sollte Dresden gewinnen. Die Frage ist eher, wie souverän gestaltet der letztjährige Finalist das Spiel, denn das ist ihnen in diesem Jahr nicht immer gelungen.
In der KRAMSKI-Arena erwartet Head Coach Michael Lang ein heißes Duell. Die Pforzheim Wilddogs (4-1) empfangen die Allgäu Comets (1-3), die zuletzt aber eindrucksvoll ihre Gefahr unter Beweis gestellt haben. Dabei gibt es ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Chris Lipsey, der einst in der Regionalliga für die Wilddogs spielte, ist nun für Allgäus Offense und Special Teams aktiv und führt ligaweit die Return-Statistik mit 321 Kickoff-Return-Yards an.
Pforzheim muss seinen Offensiv-Motor früh auf Temperatur bringen. Sofern Quarterback Dre Harris sich erneut entfaltet, wird das Spiel um gute Feldpositionen nicht so sehr ins Gewicht fallen, wie es sich die Allgäuer erhoffen. Die Kulisse wird im badischen Glutofen bei rund 36 Grad Celsius ihr übriges dazutun.
Alle fünf Partien am Samstag, den 20. Juni 2026, ab 16:00 Uhr - live bei DF1, Twitch und Sporteurope.tv
Philipp Forstner