07.10.2026
Wer rettet die Saison?
Für fünf Teams sieht die NFL gerade sehr düster aus. Für fünf Franchises ist das absolute Worst-Case-Szenario eingetreten. Vier Spiele, kein Sieg, vier Niederlagen. Und dennoch besteht für einige noch Hoffnung, es doch noch irgendwie in die Playoffs zu schaffen. So stehen die Chancen dieser Teams.

Ein 0-4-Start ist das Worst-Case-Szenario für alle NFL-Teams. Egal ob Playoff-Kandidat oder Rebuild-Team: Ein Start ohne einen einzigen Sieg nach vier Spielen ist inakzeptabel. Fünf Franchises müssen sich jetzt daran machen, alle Hebel in Bewegung zu setzen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um das Ruder noch einmal herumreißen zu können. Für die Fans lohnt sich jetzt ein Blick auf die Chancen des Teams, es doch noch in die Playoffs zu schaffen, um eine realistische Einschätzung über die restliche Saison zu bekommen. Dabei wurden die prozentualen Wahrscheinlichkeiten des Wettanbieters Kalshi als Referenzwert genommen:
Für Miami-Fans war vor der Saison bereits klar, dass sie in dieser Spielzeit nicht die großen Erfolge ihres Teams erwarten brauchen. Die Dolphins sind nun wie zu erwarten mit vier Niederlagen gestartet. Das komplett auf links gedrehte Team braucht erst einmal Zeit, sich einzuspielen. Zudem ist die Qualität im Kader erschreckend niedrig. In einer AFC East, in der die Buffalo Bills souverän vorangehen, die New England Patriots auf einem aufsteigenden Ast sind und selbst die New York Jets guten Football spielen, wird es für die Dolphins mit der Kaderqualität fast unmöglich, es noch irgendwie in die Playoffs zu schaffen.
Dennoch gibt es Hoffnung für die Miami Dolphins, dass die kommenden NFL-Saisons besser werden. In Miami war klar, dass diese Spielzeit zum Rebuild genutzt werden muss und einen größeren Umbruch als bei dem Team aus Florida gab es bei keinem der anderen 31 NFL-Teams in dieser Offseason. Lichtblicke sind die Entwicklungen von jungen Spielern, die sich jetzt schon als wichtige Säulen der neuen Dolphins etablieren. Allen voran Jacob Rodriguez. Der Linebacker überzeugte die gesamte Saison und erzielte in Woche 4 einen Rookie-Franchise-Rekord für Total Tackles. Während diese Saison wohl nichts mehr für die Dolphins drin ist, sieht die Zukunft des Franchises gar nicht so schlecht aus.
In Tennessee gab es ebenfalls in der Offseason einige große Veränderungen. Neuer Head Coach, neue Koordinatoren und einige neue Spieler sollten die entscheidenden Anstöße sein, um in dieser Saison erfolgreichen Football zu spielen. Doch das Team tat sich bisher extrem schwer und besonders Cam Ward konnte nicht zeigen, was viele von ihm erwarteten. Im zweiten NFL-Jahr sollte Ward endlich den Schritt Richtung eines guten NFL-Quarterbacks machen. Mit neuen Wide Receivern und einer verbesserten Offense um ihn herum hofften die Titans darauf, Ward könne sein Potenzial entfalten.
Doch das war bisher überhaupt nicht der Fall, eher im Gegenteil. Ward hatte deutlich schwächere Spiele als in der vergangenen Saison, tat sich zunehmend schwer und traf zu viele Fehlentscheidungen in entscheidenden Situationen. Ohne ein besseres Quarterback-Play ihres First-Overall-Picks aus 2025 können die Titans keine konkurrenzfähige Mannschaft auf den Platz bringen und stehen daher aktuell bei 0-4. Die große Veränderung, die die Titans plötzlich zum Playoff-Contender macht ist daher nicht in Sicht und für Titans-Fans wird es wohl erneut eine Spielzeit ohne Postseason.
Die Tampa Bay Buccaneers befinden sich in einem gefährlichen Negativstrudel. Saisonübergreifend verloren die Bucs 11 ihrer letzten 13 Spiele - eine katastrophale Bilanz für ein Team, das jede Saison um die Playoffs mitspielen will. Während dieser Negativlauf dem Team aus Florida in der letzten Saison die Postseason kostete, wird es nach dem vermasselten Saisonstart und der Daumenverletzung von Baker Mayfield nun auch in dieser Saison eine Herkulesaufgabe, noch im Rennen um die Postseason mitzuspielen.

Nach vier sieglosen Spielen zum Saisonbeginn wird es selbst in der sonst so ausgeglichenen NFC South schwer, oben mitzuspielen. Denn sowohl die Carolina Panthers als auch die Atlanta Falcons - seit der Rückkehr von Michael Penix Jr. - machen einen gefestigten und guten Eindruck. Doch wenige Divisions waren in den letzten Jahren so ausgeglichen wie die der Buccaneers und so bleibt etwas Restchance bestehen. Der bereits unter ordentlich Druck stehende Head Coach Todd Bowles muss nun beweisen, dass er aus der Negativserie einen Aufwärtstrend machen kann, um die Bucs wieder in Richtung Spitze der Division zu führen.
Die Los Angeles Chargers stehen überhaupt nicht da, wo sie vor der Saison mit gerechnet hatten. In der vergangenen Saison litt das Team besonders unter den großen Verletzungsproblemen in der Offensive Line und dem daraus resultierenden Druck auf Quarterback Justin Herbert. Doch selbst nach der Rückkehr der beiden Starting-Tackles Joe Alt und Rashwan Slater sieht die Offense katastrophal aus - und das, obwohl mit Mike McDaniels einer der kreativsten Play Caller der NFL an die Seitenlinie der Chargers gekommen ist.
Doch die Chargers verfügen auf dem Papier über einen guten Kader und haben mit Jim Harbaugh einen sehr erfahrenen Head Coach als Anführer, der genau weiß, wie er in solche Situationen mit seinem Team umgehen muss. Bei den Chargers spricht eigentlich vieles für einen kleinen Ausrutscher zum Saisonbeginn. Doch problematisch wird es beim Blick auf die Division. Die Kansas City Chiefs und Las Vegas Raiders sind ohne Niederlage in die neue Saison gestartet. Bis sich beide in Woche 4 gegenüberstanden und die Raiders ihre erste Niederlage hinnehmen mussten. Auch die Denver Broncos stehen mit 2-2 ganz gut da und haben gezeigt, dass sie weiterhin zu den Playoff-Contender gehören. In dieser starken AFC West zählt jeder Sieg und jede Niederlage und ein 0-4 ist die schlechtestmögliche Ausgangslage überhaupt.
Das überraschendste 0-4-Franchise sind mit Abstand die Houston Texans. Während das Team vor der Saison noch als klarer Playoff-Kandidat und Favorit auf die Krone in der AFC South gehandelt wurde, stehen die Texans ohne Sieg auf Platz 4 in der eigenen Division - noch hinter den ebenfalls 0-4 gestarteten Tennessee Titans. Die Defense spielte eine überraschend schwache Anfangsphase und C.J. Stroud tat sich immer wieder extrem schwer, die Spiele zu drehen.
Doch die Texans verfügen von allen 0-4-Teams den mit Abstand stärksten Kader und sollten die Hoffnungen auf die Playoffs noch nicht komplett abschreiben. Bereits in der vergangenen Saison hat Houston gezeigt, dass ein schwacher Saisonstart noch gar nichts heißen muss. Nach einem 1-3 nach vier Wochen kämpfte sich das Team zurück und lag am Ende mit einem Record von 12-5 auf Platz 2 in der AFC South, direkt hinter den Jacksonville Jaguars. In den Playoffs gewannen die Texans ihr erstes Duell sogar deutlich mit 30:6, ehe gegen den späteren Super-Bowl-Teilnehmer New England Patriots Schluss war. Zudem hatten die Texans ein besonders schweres Auftaktprogramm. Ihre vier Niederlagen kassierte das Team gegen die Buffalo Bills, die Cincinnati Bengals, die Indianapolis Colts und die Dallas Cowboys - dabei konnten die Texans drei der vier Spiele bei einem Score unterschied halten. Mit der Stärke des Kaders und den Comebackqualitäten im Team haben die Texans die besten Chancen aller 0-4-Teams sich noch irgendwie für die Playoffs zu qualifizieren.
nhu