vor 9 Stunden
Auch Packers und Vikings im Visier
Rams-Safety Quentin Lake hält die NFC West für die stärkste Division der NFL und lässt dabei kaum ein gutes Haar an der Konkurrenz aus dem Norden. Besonders seine Aussagen über die Detroit Lions wollte Amon-Ra St. Brown nicht auf sich sitzen lassen.

Wer spielt eigentlich in der stärksten Division der NFL? Darüber gerieten Amon-Ra St. Brown und Rams-Safety Quentin Lake in der neuesten Ausgabe des "St. Brown Podcasts" gehörig aneinander. Aus einer zunächst harmlosen Frage entwickelte sich schnell ein unterhaltsamer Schlagabtausch.
Ausgangspunkt war der deutliche 34:17-Sieg der Chicago Bears gegen die Seattle Seahawks am Montagabend. Ob Lake die NFC West angesichts dieses Ergebnisses tatsächlich noch immer für die stärkste Division halte, wollte man von ihm wissen.
Seine Antwort fiel eindeutig aus: Ja! Und dann holte der 26-Jährige gegen die Konkurrenz aus der NFC North aus.
"Die Packers sind ein Glücksteam", behauptete Lake gleich mehrfach. "Die Bears sehen gut aus, aber auch sie sind Blender. Ihnen fehlt die Erfahrung."
Und die Detroit Lions? "Auch nur Glück!", legte der Rams-Verteidiger nach. Das wollte St. Brown natürlich nicht auf sich sitzen lassen. "Moment mal! Wenn wir nur Glück haben und nicht wirklich gut sind, was seid ihr dann?", entgegnete der Lions-Receiver und hinterfragte seinerseits die Leistungen der Rams (4-4).
Unter anderem wollte St. Brown wissen, welche Gegner Los Angeles bislang überhaupt besiegt hatte. "Ihr habt die Eagles (2-6) geschlagen, richtig? Und die Chargers (0-7), die noch kein einziges Spiel gewonnen haben. Dann die Giants (4-2-1). Und wen noch?", hakte der Deutsch-Amerikaner nach.
Die Raiders (4-4) komplettierten schließlich die Aufzählung. Lake hielt dagegen, dass die Rams-Defense zuletzt immer besser geworden sei und die Mannschaft sich genau dorthin entwickle, wo sie sein wolle.
Anschließend rückten auch die Minnesota Vikings in den Mittelpunkt der Diskussion. Zwar erkannte Lake die enorme Qualität ihrer Defense an, zeigte sich aber überzeugt, dass die bislang wenig produktive Offense auf Dauer zum Problem werden würde.
Als Beleg verwies er auf die Saison 2024, als die Rams bereits gegen eine ähnlich aggressive Vikings-Defense unter Brian Flores angetreten waren.
"Wir haben 2024 gegen sie gespielt. Brian Flores war damals schon Defensive Coordinator. Es war genau dasselbe: All-out Blitz und all diese Sachen. Sie haben damals genauso gespielt. Wir haben sie geschlagen, und ihre Offense hat nicht gut gespielt", erklärte Lake.
Seine Schlussfolgerung: "Man muss auch guten offensiven Football spielen können." St. Brown sah das allerdings anders und verwies auf die zahlreichen Playmaker der Vikings. Mit Justin Jefferson, Jordan Addison, Kyler Murray und Aaron Jones verfüge Minnesota schließlich über genügend offensive Qualität.
Dass der Lions-Star die Vikings dabei verteidigte, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Schließlich hatte Detroit dem zuvor ungeschlagenen Divisionsrivalen erst wenige Tage zuvor mit einem 19:15-Erfolg die erste Saisonniederlage beigebracht.
Trotz der Gegenargumente ließ sich Lake nicht von seiner Einschätzung abbringen. Die Rams seien auf dem richtigen Weg, betonte der Safety selbstbewusst.
St. Brown akzeptierte das zwar, stellte allerdings klar, dass er wenig von sogenannten moralischen Siegen halte. Zumindest darin waren sich die beiden einig: Entscheidend seien am Ende die tatsächlichen Erfolge auf dem Spielfeld.
Ob Lakes provokante Aussagen über die vermeintlichen "Glücksteams" aus der NFC North berechtigt sind, werden die kommenden Wochen zeigen. Für reichlich Diskussionsstoff hat der Rams-Star jedenfalls schon jetzt gesorgt.