vor 18 Stunden
Es soll ihn noch besser machen
Justin Herbert zählt seit Jahren zu den talentiertesten Quarterbacks der NFL. Für den großen Durchbruch in den Playoffs soll nun eine kleine Veränderung seiner Wurftechnik den Unterschied machen.

Justin Herbert gehört seit Jahren zur Quarterback-Elite der NFL. Doch trotz seiner beeindruckenden Zahlen wartet der 28-Jährige weiterhin auf seinen ersten Playoff-Sieg. Unter Neu-Offensive-Coordinator Mike McDaniel soll sich das nun ändern - mit einer Mini-Veränderung, die auf den ersten Blick kaum auffällt.
Die Änderung betrifft dabei weder seinen Wurfarm noch seine Athletik, sondern ganz konkret seine Haltung vor dem Snap.
Der frühere Dolphins-Head-Coach hat Herberts Fußarbeit in der Shotgun-Formation angepasst. Während der Chargers-Quarterback bislang mit dem rechten Fuß leicht vorne stand, setzt McDaniel nun auf eine linkslastige Grundstellung. Ziel dabei ist es, Herbert zu schnelleren Entscheidungen und früheren Würfen zu bringen, anstatt sich wie bisher häufig auf seine enorme Armstärke zu verlassen.
"Es ging nicht darum, etwas zu reparieren", erklärte McDaniel via ESPN. "Man versucht lediglich, einen ohnehin außergewöhnlichen Spieler auf das nächste Level zu bringen."
Die Idee ist keineswegs neu. Bereits 2007 beschäftigte sich McDaniel intensiv mit verschiedenen Wurfhaltungen und stellte damals fest, dass mit Tom Brady und Brett Favre ausgerechnet zwei der erfolgreichsten Quarterbacks der NFL-Geschichte eine ähnliche Fußstellung nutzten.
Laut McDaniel verschaffe diese Technik einen "Millisekunden-Vorteil" - genug, um bei schnellen Pässen oder Run-Pass-Optionen den Ball früher und präziser zum Mitspieler bringen zu können. Gerade in seinem offensiv geprägten System soll dieser kleine Zeitgewinn große Auswirkungen haben.
Auch bei den Miami Dolphins setzte McDaniel bereits erfolgreich auf diese Anpassung. Quarterback Tua Tagovailoa entwickelte sich so unter seiner Führung vom umstrittenen Erstrundenpick zum Pro Bowler und führte die NFL 2023 mit 4624 Passing Yards an. Auch Matt Ryan profitierte während McDaniels Zeit in Atlanta von einer ähnlichen Umstellung und gewann anschließend den MVP-Titel (2016).
Bei Herbert soll die Eingewöhnung bislang planmäßig verlaufen. Zusätzlich reduziert McDaniel bewusst die Anzahl seiner Würfe im Training. Einmal pro Woche arbeitet der Quarterback stattdessen mit einem speziellen Wasserball an seiner Fußarbeit und Wurfbewegung, um die neue Technik zu verinnerlichen und seinen Wurfarm für die Saison zu schonen.
Noch stimmen Timing und Abstimmung mit den Receivern wohl nicht perfekt. Doch genau dafür sind Training Camp und Vorbereitung ja gedacht. Die Chargers hoffen natürlich, dass sich der ungewöhnliche Umbau auszahlt - und Herbert vielleicht wirklich die entscheidenden Millisekunden verschafft, die ihm in den Playoffs bislang gefehlt haben.
mhh