vor 3 Stunden
Fan-Kolumne
Die letzte Saison endete für die Houston Texans mit einer bitteren Niederlage. CJ Stroud, der wohl sein bisher schwächstes NFL-Spiel ablieferte, warf vier Interceptions und verlor den Ball dreimal. Selbst mit der besten Defense der vergangenen Saison war diese Hypothek zu groß und die Patriots zogen ins Championship Game der AFC ein. Doch was können die Texans aus ihrer dritten Playoff-Teilnahme in Folge mitnehmen?

Die Houston Texans stehen vor einer wichtigen Entscheidung. Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Schritt zu gehen und den Super Bowl zu erreichen? Oder müssen sie noch Geduld haben und weiter an ihrem Team arbeiten? Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Zukunft der Texans zu bestimmen. Eines ist sicher: Die Erwartungen sind hoch und die Zeit drängt.
Ist jetzt endlich der Sprung in den Super Bowl möglich oder schließt sich das Fenster der günstigen Stars und der nächste Umbruch in Houston steht an? Der 23. April 2023 - ein Datum, welches in die Geschichte der Texans eingehen wird. Innerhalb von nur 20 Minuten wurden die Texans auf beiden Seiten des Balls neu aufgestellt. Mit Pick zwei und drei holten sie CJ Stroud und Will Anderson Jr. ins Team. Gleichzeitig verpflichteten sie mit DeMeco Ryans einen neuen Head Coach. Ein neues Kapitel sollte aufgeschlagen werden.
Und das gelang: Offensiv und Defensiv Rookie of the Year, drei Jahre in Folge Playoffs und jeweils ein Playoffssieg. Doch der Sprung über die Divisional Round blieb ihnen bisher jedes Jahr verwehrt. Fehlte es an der nötigen Qualität oder verschenkten die Texans die Rookie-Jahre ihrer Stars?
Die Defense der Texans gehört zu den jüngsten und gleichzeitig besten der NFL. Mit Spielern wie Will Anderson Jr., Derrick Stingley, Kamari Lassiter und Jalen Pitre verfügt das Team über mehrere Leistungsträger, die sich noch in ihren Rookie-Verträgen befinden und damit ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für den Salary Cap darstellen. Diese Konstellation ist für jeden General Manager der NFL wünschenswert, baut aber gleichzeitig Druck auf, genau in diesem Zeitfenster zu liefern, bevor die hochdotierten Vertragsverlängerungen anstehen. Hinzu kommen frühzeitig abgeschlossene Vertragsverlängerungen mit Nico Collins (27 Mio. $ im Cap 2026) und Aziz Al-Shaair (10 Mio. $ im Cap), die sich zunehmend als gute Investitionen erweisen.
Kurzfristig profitieren die Texans von dieser Situation, doch dieses Zeitfenster wird immer kleiner und könnte sich in der kommenden Saison vielleicht ein letztes Mal öffnen. Dies spiegelt sich auch in den Verpflichtungen der bisherigen Offseason wieder.
Das größte und am häufigsten diskutierte Thema rund um die Texans ist seit Jahren gleich: CJ Stroud benötigt mehr Protection. Die Offensive Line der letzten beiden Jahre war im Ligavergleich mehr als unterdurchschnittlich und nicht ausreichend für einen tiefen Playoff-Run. Zur Freude von CJ Stroud und auch aller Texans Fans weltweit, wurde dies in der bisherigen Free Agency adressiert und die O-Line bekam prominente Verstärkungen.
Mit Wyatt Teller (Browns) und Braden Smith (Colts) wurden zwei neue Starter verpflichtet, die klare Upgrades darstellen. Guard Ed Ingram war der beste Lineman der vergangen Saison und wurde mit einem neuen Vertrag bei den Texans belohnt, ebenso wurde mit Swing-Tackle Trent Brown, der letzte Saison zu einem soliden Starter avancierte, verlängert. Das Gerüst der Line sollte damit deutlich stabiler sein als in den vergangenen Jahren.
Dabei muss man sagen, dass der Center noch ein Thema für den anstehenden Draft sein sollte. Hinter dieser Line darf in dieser Saison Neu-Texaner David Montgomery starten, der für einen stolzen Preis von einem 4th Round Pick und einem Pick Swap nach Houston kam. Zusammen mit Woodie Marks ein solide aufgestelltes Runningback-Duo, welches ebenfalls von der neu zusammengestellten O-Line profitieren sollte. Star-Rookie Tank Dell kehrt nach seiner schweren Knieverletzung und knapp einem Jahr Pause zurück, gerade seine spezielle Verbindung mit Stroud wurde im vergangenen Jahr vermisst. Auch er darf als halber Neuzugang gesehen werden.
Die beste Nachricht für alle Fans ist, dass die beste Defense der letzten Saison zusammengeblieben ist und mit Reed Blankenship, dem Starting Safety der Philadelphia Eagles, noch einmal verstärkt wurde.
Die Texans müssen dieses Jahr zu ihrem Jahr machen, bevor die teuren Verträge für ihre Young Guns anstehen. Einer der hier allem voran genannt werden sollte ist CJ Stroud. Seine Rookie Saison war sensationell und wurde zurecht mit dem Rookie of the Year Award belohnt. In der Welt rund um die NFL redete man schon von einem kommenden Top 5 Quarterback. Diesen Eindruck konnte er aber bisher leider nicht bestätigen. Die Connection mit seinem ehemaligen Offensive Coordinator Bobby Slowik schien wie abgerissen und auch nach dessen Rauswurf wurde es in der letzten Saison mit Nick Caley als OC nicht besser.
Trotz allem glaubt man in Houston an Stroud und hat seine 5th Year Option gezogen. Er spielt dieses Jahr nicht nur um einen neuen Vertrag, sondern um seine weitere Karriere in Houston. GM Caserio und Coach Ryans haben in der Offseason alles dafür getan, dass Stroud zeigen kann was er drauf hat.

Die Situation für die Texans in der eigenen AFC South stellt sich dieses Jahr erfolgsversprechend dar, da mit den Colts und den Titans zwei Teams noch mitten im Umbruch stecken. Besonders die Colts haben nach Ihrem Trade für Sauce Gardner und der Verletzung von Daniel Jones Fragezeichen auf mehreren Positionen im Kader und keine Picks um diese zu beantworten. Die Titans sind noch im Rebuild, aber haben eine gute Offseason hinter sich. In Tennessee wird es noch etwas dauern, wenn es darum geht den Divisionsieg anzugreifen. Vorjahressieger der AFC South waren die Jaguars, die in der vergangenen Offseason eher die Füße hochgelegt haben und größtenteils mit dem Kader der letzten Saison ins Rennen gehen. Das Fazit zur AFC South ist klar, hier gehen die Texans als klarer Favorit ins Rennen und sollten sich die Divisionkrone zurückholen.
Die AFC außerhalb der eigenen Division betrachtet ist in dieser Saison wieder die stärkere der beiden Conferences und hat mit den Ravens, Bills, Patriots, Broncos und Texans mehrere Kandidaten für den Super Bowl Einzug. Die Chiefs sind natürlich immer ein Faktor und dürfen niemals abgeschrieben werden.
Mein Fazit: Die Texans haben mit ihrer Defense wahrscheinlich die beste Unit der NFL. Wenn die Offensive Line und vor allem auch Stroud wieder besser spielen, wird die Offense jedes Spiel mehr als 20 Punkte erzielen, was in der vergangenen Saison für 12 Siege gereicht hätte. Will Anderson und CJ Stroud werden die Texans in den ersten Super Bowl der Franchise Geschichte führen und beide danach mit neuen Verträgen belohnt.
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Konstantin Thüroff