17.04.2026
Marlin Klein & Co.
Ihre letzte College Football Saison liegt nun schon vier Monate zurück. Um ihre sportliche Karriere in den USA fortzusetzen, träumen nun sieben Spieler aus Deutschland von ihrem nächsten großen Schritt zu den Profis. Doch wie groß sind die Chancen der einzelnen Talente und gibt es neben Marlin Klein sogar weitere Spieler, die am Ende gedraftet werden?

Der Tight End aus Michigan ist in aller Munde und wurde zuletzt häufig von US-Experten in die dritte oder vierte Runde prognostiziert. Wenn seine Zeit gekommen ist, werden aber sechs weitere deutsche Legionäre mit bangen Blicken auf ihr Telefon starren und auf den Anruf eines General Managers aus der NFL hoffen.
Nachdem er in Frankfurt (Oder) bei den Red Cocks im Alter von 13 Jahren das Footballspiel erlernte, ging es für Paul Rubelt 2019 über die Gridiron Imports College Tour von Stifter Björn Werner an die High School nach Illinois und später an die University of Central Florida, wo er sich insgesamt sechs Jahre im Kader der Knights befand.
Rubelt absolvierte 60 Einsätze und stand als Team Captain allein im letzten Jahr bei über 600 Snaps auf dem Feld. Er spielte Right und Left Tackle und sogar Guard und dürfte damit bei Teams, die einen sechsten Offensive Linemen als vielseitigen Backup suchen, hoch im Kurs stehen.
Denn mit seinen 2,09 Metern Körpergröße ist der mannschaftsdienliche Anwärter eine beeindruckende Erscheinung und immer mehr Teams scheinen sich mit seinem Aufstieg als Talent zu beschäftigen. Rubelt hat die größten Chancen, am späten dritten Tag als zweiter deutscher Spieler ausgewählt zu werden. Vielleicht landet der Bears-Fan sogar bei seinem Lieblingsteam in Chicago.
Ebenfalls für den NFL Draft angemeldet hat sich Mark Petry. Der gebürtige Südhesse spielte in der Jugend bei den Mainz Golden Eagles, nachdem er durch die Free-TV-Übertragung im deutschen Fernsehen auf den Geschmack gekommen war. Eigentlich wollte er, wie sein Vorbild Rob Gronkowski, Tight End werden. Doch sehr schnell wurde ihm klar, dass seine Zukunft in der Offensive Line liegt.
Ab 2020 bestritt er 37 Einsätze und war drei Jahre lang Starter auf Right Tackle und Right Guard für die Syracuse Orange, an die er gelangte, nachdem er sich erst an einem kleinen Community College ausprobierte. Ohne diverse Vorverletzungen wäre Mark Petry die größte deutsche Hoffnung im NFL Draft 2026 nach Marlin Klein. Doch mehrere Knieverletzungen hielten ihn immer wieder vom Platz fern und 2025 musste er sogar komplett aussetzen. Solche "Red Flags" mindern den Draft Stock des sympathischen Blockers der Syracuse Orange erheblich, weshalb er nur als Undrafted Free Agent gilt, aber das Talent besitzt, sich in der Vorbereitung einen Kaderplatz zu sichern.
Seit drei Jahren gibt es über das International Player Pathway Program (IPPP) die Berechtigung für Spieler aus Übersee, einen zusätzlichen 17. Spot im Practice Squad zu erhalten. Bereits Kilian Zierer, Max Mang und weitere deutsche Talente konnten sich auf diesem Weg erstmal für den erweiterten Kader qualifizieren, von wo sie nun den nächsten Schritt in den Roster schaffen möchten.
Während Mark Petry und Paul Rubelt auf ein direktes Ticket für die NFL hoffen, wird der Weg zu den Profis bei den nächsten deutschen Talenten wahrscheinlich nur über diesen zusätzlichen Platz des IPPP gehen. Da wären die Offensive Liner Florian Staehler (New Mexico State) und Felix Lepper (Hamburg), sowie Defensive End Maurice Heims (Idaho) und Kicker Leo Blumentritt (Northern Colorado). Sie alle verbindet ein enormes athletisches Profil, Leidenschaft und der unbedingte Wille, eine Profikarriere in der NFL zu bestreiten. Und wer weiß, vielleicht klingelt plötzlich das Telefon. Denn jeder Draft schreibt seine eigenen verrückten Geschichten.
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Philipp Forstner