29.07.2026
Saisonendspurt
Erstmal muss der Einzug in die Playoffs klargemacht werden. Aber dann geht es auch um knallhartes Business. Die Frage, ob man in der GFL als Zweiter oder Dritter in die Viertelfinalspiele einzieht, entscheidet über Heimrecht, Reisekosten und den Vorteil zusätzlicher Ticketeinnahmen durch das eigene Publikum im Rücken. Im Kampf um Platz Zwei geht es schließlich auch um wirtschaftliche Interessen.

Die Dresden Monarchs sind mit 8-0 durch. Weil die Potsdam Royals (7-1) zweimal die Konkurrenz aus Hildesheim geschlagen haben, ist die Sache im Norden praktisch geritzt. Selbst wenn die Invaders ihre restlichen fünf Spiele gewinnen, bräuchten die Royals schon eine echte Krise, um ihren Vorteil noch zu verspielen. In Duellen mit den Düsseldorf Panthern, Braunschweig Lions und Kiel Baltic Hurricanes sehe ich die bei dieser Qualität des Teams einfach nicht. Platz Zwei im Norden geht an die Havel und damit müssen die Invaders im Viertelfinale tief in den Süden reisen. Wohin, das ist noch ungewiss.
Schwäbisch Hall (9-0) spielt in einer anderen Liga. Sie sind als Champion bereits durch. Aber dahinter tobt ein Dreikampf um den so wichtigen zweiten Platz im Süden. Die Pforzheim Wilddogs liegen mit 6-3 vorne. Auf Platz Drei und Vier lauern die ifm Razorbacks Ravensburg und Munich Cowboys mit 5-3 und der restliche Schedule verspricht uns Spannung bis zum Schluss.

Am 1. August empfangen die Wilddogs die Cowboys in der Kramski-Arena. Im direkten Vergleich können sich die Goldstädter absetzen. Gewinnen die Münchner, geben die Pforzheimer dem Konkurrenten nicht nur vorläufig den zweiten Platz, sondern auch den Tiebreaker in die Hand. Als wäre das nicht genug, reisen die Cowboys zwei Wochen später, am 15. August, nach Ravensburg in ihr zweites Endspiel um Rang Zwei.
Pforzheim hat nach dem München-Spiel mit einer Reise nach Kiel (15.08., Interconference) und dem Heimspiel gegen Saarland (22.08.) das leichteste Restprogramm der drei Anwärter. Wenn die Wilddogs also am Samstag gewinnen, stellt sich nur noch wenig zwischen ihnen und einem Heimspiel im Viertelfinale gegen Hildesheim.
Ravensburg und München wollen sich ebenfalls eine lange Reise in den Norden in der ersten Playoff-Runde sparen und einem Duell mit einem der beiden letztjährigen Finalteilnehmer aus Potsdam oder Dresden aus dem Weg gehen. Es ist machbar, aber alles steht und fällt mit dem Ausgang der Partie am nächsten Samstag in Pforzheim.
Wer das Duell Pforzheim gegen München gewinnt, sitzt auf dem Vordersitz im Rennen um Platz Zwei. Verlieren die Cowboys, wird es auch für Ravensburg schwer. Holt München den Sieg, bleibt es offen bis zum Schluss und wir dürfen uns in zwei Wochen auf das nächste Entscheidungsspiel freuen.
Wer in der GFL als Zweiter durchkommt, spart sich eine kostspielige Auswärtsreise mit Hotelübernachtung und langer Busfahrt, deren Kosten schnell in den fünfstelligen Bereich gehen. Gleichzeitig kommen zusätzliche Einnahmen hinzu, die eine Jahresbilanz nochmal aufhübschen.
Vom psychologischen Vorteil ganz zu schweigen, bietet das Heimrecht in der ersten Playoff-Runde immense Vorteile. Die eigenen Fans im eigenen Stadion machen gern den Unterschied aus. Gerade wenn es ins Viertelfinale gegen ein Team aus dem Norden geht. Denn historisch kommt der Norden in direkten Duellen besser weg als der Süden.
Vor allem im Süden geht es daher in die entscheidende Phase der Saison im Playoff-Rennen. Für Pforzheim, Ravensburg und München mögen die Playoffs bereits sicher sein. Doch im Kampf um Platz Zwei gibt es weit mehr zu gewinnen als eine bessere Ausgangslage für die Postseason.
Philipp Forstner