13.10.2026
Takeaways aus Week 5
Mit dem Ende von Week 5 ist offiziell mehr als ein Viertel der NFL-Regular-Season Geschichte. Und Week 5 war in der bisherigen Saison auf jeden Fall eine der verrückteren. Das sind die zehn wichtigsten Erkenntnisse des vergangenen Spieltags.

So wie jede andere Woche bisher hat auch Week 5 wieder einige Fragezeichen aufgeworfen und dazu gleich mehrere große Überraschungen geliefert. Manche Teams finden nach wackligem Start plötzlich ihren Rhythmus, andere schlittern tiefer in die Krise, als es vor der Saison irgendjemand erwartet hätte. Hier sind die zehn Takeaways aus Woche 5.
Vor allem die Probleme an der Offensive Line haben den Packers offensiv bislang viele Schwierigkeiten bereitet, das Laufspiel ist quasi nicht existent, und Quarterback Jordan Love steht sehr häufig unter Druck. Was aber trotz dieser Probleme bisher immer funktioniert hat, sind die beiden Receiver der Packers, Matthew Golden und Christian Watson. Ihre Produktion war in dieser Saison schon da, aber in Week 5 haben wir gesehen, wie krass produktiv sie sein können, wenn Love ein bisschen Zeit bekommt, um seine Waffen optimal einzusetzen.
Vertikales Passspiel und explosive Plays erinnerten mehr an das, was wir von dieser Matt-LaFleur-und-Jordan-Love-Offense in den letzten Jahren gewohnt waren: 428 Yards Total Offense, ein dominanter Sieg im Derby gegen den Erzrivalen aus Chicago, und Watson und Golden kamen beide auf über 120 Receiving Yards. Watson erzielte dabei auch noch zwei Touchdowns, von denen er sich einen sicher ins Schaufenster stellen kann. Wenn das das „Get-Right-Game” für die Packers-Offense war, dann wartet nächste Woche mit der Cowboys-Defense die schwächste Einheit der Liga, und diese offensive Performance kann direkt erneut bestätigt werden.
Nach einem katastrophalen Saisonstart findet der Fast-MVP aus dem letzten Jahr langsam in die Spur. Gegen die Bills sah er schon deutlich besser aus, und seine Performance gegen die Raiders sah aus wie die des Regular-Season-Drake-Maye aus dem Vorjahr: 374 Yards, nur einen Sack genommen, keine Interception, keinen Fumble und nicht nur vier Passing Touchdowns, sondern auch noch einen extra am Boden. Die Patriots stehen jetzt bei 3-2, kriegen in naher Zukunft ihren Star-Receiver A.J. Brown von IR zurück und ihr Quarterback spielt wieder deutlich besser. Alles wieder drin für ein Team aus New England, das nach den ersten Spielwochen wie eine der größten Enttäuschungen der Liga ausgesehen hatte.
Auch wenn die Vikings-Defense weiterhin das Aushängeschild ist und gegen die Saints erneut bewiesen hat, wie gut sie ist, gibt es auch Hoffnung auf der anderen Seite des Balls. Die Offense läuft langsam besser, vor allem weil Kyler Murray und Justin Jefferson endlich gemeinsam auf dem Platz stehen. Vor dem Week-5-Spiel war Jefferson insgesamt nur acht Routen gemeinsam mit Murray als Quarterback auf dem Feld gelaufen, den Rest der Zeit hatte entweder Murray verletzt gefehlt oder Jefferson.
Diesmal hatten die beiden erstmals ein ganzes Spiel zusammen, und man sah direkt die Ansätze. Murray hat zudem gezeigt, dass sein Potenzial immer noch in ihm steckt: gezielte Läufe am Boden, bei denen er seine Athletik nutzt, und dazu akkurate Pässe, die auch vertikal das Feld attackieren können. Das war das beste Spiel von Murray seit langer Zeit, und wenn diese Offense einen Weg findet, mit dieser Defense im Rücken produktiv zu sein, sind die Vikings ein absolut legitimes und auch gefährliches 5-0-Team.
Kein Team der NFC East konnte in Week 5 einen Sieg einfahren, und das, obwohl zwei Teams direkt gegeneinander gespielt haben. Wie geht das?
Die Eagles verschenken erneut eine späte Führung, dieses Mal in London, auf kuriose Art und Weise. Die Cowboys sind schon am Donnerstag komplett baden gegangen, gegen einen Backup-Rookie-Quarterback, der nicht einmal gedraftet wurde, der der ganzen Welt gezeigt hat, dass er erstens wirklich Talent hat und absolut zu Recht die Chance bekommt, NFL-Quarterback zu sein, und zweitens, dass die Cowboys-Defense aktuell mit Abstand die schlechteste Verteidigung der Liga ist.
Und dann waren da noch die Giants und Commanders. Strömender Regen. Overtime. Und ein Ende, das kaum kurioser hätte sein können. Washington stand bereits in Field-Goal-Reichweite. Der Sieg war zum Greifen nah. Doch dann nahm Jayden Daniels den Ball selbst in die Hand und lief los. Keine Timeouts mehr. Die Uhr tickte. Sekunde um Sekunde verstrich, ohne dass die Commanders den Ball rechtzeitig spiken konnten. Das Ergebnis? Kein Game-Winning-Field-Goal. Kein Sieger. Stattdessen ein völlig unnötiges Unentschieden.
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Während andere Divisions um jeden Sieg kämpfen, liefert die NFC East in Woche 5 vor allem eines: den nächsten Beweis dafür, dass alle vier Teams fundamentale Probleme haben.
Was in den ersten Wochen wie eine der schwächsten Offenses der Liga aussah, mit einem zukünftigen First-Ballot-Hall-of-Famer in Aaron Rodgers als Quarterback, der aber so wirkte, als könnte er nicht mehr wirklich auf dem geforderten Niveau spielen, hat sich in den letzten Wochen stark verbessert.
Rodgers beendete das Spiel nicht nur zum dritten Mal in Folge mit drei Passing Touchdowns, er brach mit diesem Spiel auch gleich zwei All-Time-Rekorde: Aaron Rodgers zog mit nunmehr 580 Passing Touchdowns an Peyton Manning vorbei und steht damit auf Platz 3 der ewigen NFL-Bestenliste. Zudem hat er inzwischen die fünftmeisten Quarterback-Siege aller Zeiten.
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Fünf Spiele. Fünf Siege. Die San Francisco 49ers bleiben ungeschlagen - als eines von nur drei Teams der NFL. Doch die Zahlen erzählen nur die halbe Geschichte. Die Niners haben bereits alle drei Divisionsrivalen aus der NFC West geschlagen. Division-Record: 3-0. Und die Liste ihrer Gegner hat es in sich: Rams, Seahawks, Broncos. Drei Teams, die in der vergangenen Saison noch in den Championship Games standen. Drei Mannschaften, denen nur ein einziger Sieg zum Super Bowl fehlte.
Trotz zahlreicher Verletzungen von Schlüsselspielern sieht das Team aus der Bay Area auf beiden Seiten des Balls stark aus, hat einen Quarterback, der in den entscheidenden Momenten immer wieder Plays macht, und eine Defense, die Turnover produzieren kann. Wer am Ende als Sieger aus dieser so starken NFC West hervorgehen will, muss auf jeden Fall an den Niners vorbei. Das haben sie in Woche 5 erneut eindrucksvoll bewiesen.
Einer der Gründe, warum die Seahawks letztes Jahr einen so dominanten Playoff-Lauf mit dem Super-Bowl-Sieg beendet haben, ist die Tatsache, dass sie neben einer dominanten Defense auch eine Offense hatten, die auf den Ball aufgepasst hat, und einen Quarterback, der keine Fehler gemacht hat.
In der Regular Season kam Sam Darnold letztes Jahr auf 25 Touchdowns und 14 Interceptions, doch als es dann in die Playoffs ging, legte er eine makellose Box-Score-Statistik von fünf Touchdowns und null Interceptions hin, dazu auch keinen Ballverlust per Fumble. Für ein Team, das weiterhin eine dominante Verteidigung hat und in dieser Saison mit mehr Verletzungsproblemen zu kämpfen hat als noch im letzten Jahr, würde es offensiv wahrscheinlich in vielen Fällen ausreichen, wenn man halbwegs produktiv spielt und keine Turnover produziert, genau wie in den Playoffs letztes Jahr.
Bisher kommt Darnold aber trotz verletzungsbedingt verpasster Spiele schon auf sieben Touchdowns und fünf Interceptions, und vor allem ein Team wie San Francisco bestraft einen am Ende für solche Fehler.
Nachdem Sean Payton das Playcalling von Davis Webb zurückübernommen hatte, bestand die Hoffnung, die Offense zu verbessern und Bo Nix mit seinem gewohnten Playcaller wieder zu alter Stärke zu bringen.
Fazit: Gegen ein stark angeschlagenes Chargers-Team, das inzwischen bei 0-5 steht, konnte man zwar knapp mit 23:17 gewinnen, doch die Offense kam nur auf 224 Total Yards. Die beiden Touchdown-Drives kamen auf kurzem Feld und starteten nach Turnovern in der Chargers-Hälfte, die restlichen Punkte kamen über Field Goals, und auch zwei der drei Field-Goal-Drives starteten in sehr guter Feldposition. Dazu kommt eine Defense, die in dieser Saison deutlich anfälliger ist als noch im letzten Jahr. Denver steht zwar bei 3-2, bestätigt in den ersten fünf Wochen aber nicht seinen Status als Super-Bowl-Contender.
Es gibt Wochen, in denen für ein NFL-Team einfach nichts zusammenläuft. Für die Philadelphia Eagles war die vergangene Woche eine davon. Alles begann mit einer bitteren Heimniederlage gegen die Los Angeles Rams. Dabei hatte Philadelphia mitten im vierten Viertel laut ESPN zwischenzeitlich eine Siegwahrscheinlichkeit von 96,7 Prozent.
Doch selbst das reichte nicht, um den Sieg über die Zeit zu bringen. Unter der Woche folgte dann die nächste Hiobsbotschaft: Lane Johnson, einer der besten Spieler in der Geschichte des Franchise, erklärte überraschend seinen Rücktritt. Hinzu kam der Trade eines Starting Offensive Linemen nach Baltimore. Viel Zeit, diese Rückschläge zu verarbeiten, blieb nicht. Die Eagles mussten nach London reisen, wo bereits die nächste Enttäuschung wartete. Acht Sekunden vor Spielende brachte ein Field Goal Philadelphia noch in Führung. Doch statt eines versöhnlichen Abschlusses folgte der nächste Tiefschlag: Die Jaguars trafen in letzter Sekunde das entscheidende Field Goal und bescherten den Eagles eine weitere bittere Niederlage.
Dazu ist der offensive Output seit Wochen einer der schwächsten der NFL, was unter anderem daran liegt, dass das Team praktisch kein Laufspiel mehr hat: Gegen Jacksonville kam man insgesamt nur auf 22 Rushing Yards. Die Abstimmung funktioniert nicht, und kein Team geht häufiger Three-and-Out. Die Situation in Philly wird immer brenzliger, genauso wie der Stuhl von Nick Sirianni immer heißer wird. Gerade fehlt es wirklich an Vorstellungskraft, dass die Eagles, so wie sie aktuell spielen, ein Playoff-Team sind.

Auch wenn die Bills den Monday-Night-Krimi gegen die Rams am Ende in der Overtime gewinnen und damit ihren Status als Super-Bowl-Contender unterstrichen haben, muss über James Cook gesprochen werden. Mit 111 Rushing Yards und zwei Touchdowns hat er laut Boxscore erneut ein starkes Spiel hingelegt, und erst letztes Jahr führte er die gesamte Liga in Rushing Yards an. Ohne Frage ist James Cook einer der besten Running Backs der Liga, doch er hat ein großes Problem: Ball Security.
Neben den Rushing Yards führte er 2025 auch die Running Backs bei den Fumbles an, und dieser Trend setzt sich 2026 bislang fort, wie die Welt vergangene Nacht mit zwei weiteren Fumbles erneut sehen konnte. Insgesamt steht er seit 2025 bei zehn Fumbles, mit reichlich Vorsprung auf Platz 1 dieser Negativ-Statistik, auf Platz 2 liegt Bijan Robinson mit sechs.
Autor: Valentin Rödiger