23.05.2026
Quarterback-Chaos
Die Quarterback-Situation bei den Arizona Cardinals entwickelt sich zunehmend zu einem echten Problem. Während Jacoby Brissett intern offenbar weiterhin als Starter eingeplant ist, liegen die Cardinals und der Quarterback bei Vertragsgesprächen für die Saison 2026 laut Berichten aktuell weit auseinander.

Die Situation rund um Jacoby Brissett und die Arizona Cardinals spitzt sich weiter zu. Nachdem der Quarterback bereits den freiwilligen Teil des Offseason-Programms sowie die bisherigen OTAs verpasst hat, gibt es offenbar weiterhin keinerlei Annäherung bei den laufenden Vertragsverhandlungen.
Laut ESPN liegen beide Seiten bei einem möglichen neuen Deal weiterhin deutlich auseinander. Dabei galt Brissett intern zuletzt eigentlich als klarer Favorit auf den Starting-Job. Nachdem Kyler Murray vergangene Saison verletzungsbedingt ausgefallen war, übernahm Brissett die Cardinals-Offense als Starter in Week 6 und fungierte anschließend den Rest der Saison als Starting-Quarterback.
Trotz der schwierigen Gesamtsituation zeigte der Veteran dabei solide Leistungen. Obwohl er nicht alle 17 Spiele absolvierte, landete er ligaweit trotzdem noch in den Top 20 der Starting-Quarterbacks bei Dropbacks, Completions, Completion Percentage und Passing Touchdowns.
Vor allem in einer sehr passlastigen Cardinals-Offense konnte Brissett wichtige Stabilität bringen und zeigte durchaus solide Leistungen. Seit Jahren gilt Brissett als einer der besten Backup-Quarterbacks der NFL, der immer eine solide Option ist, wenn er einspringen muss.
Laut Berichten wurde ihm in dieser Offseason intern sogar mitgeteilt, dass er als Starting Quarterback eingeplant sei - ein deutlicher Kurswechsel im Vergleich zum Frühjahr, als seine Rolle offenbar noch unklar war.
Genau dort scheint nun allerdings das Problem zu liegen. Brissett geht aktuell in das zweite Jahr seines Zweijahresvertrags über 12,5 Millionen Dollar, den er im Frühjahr 2025 unterschrieben hat. Für die kommende Saison würde er jedoch derzeit lediglich 4,88 Millionen Dollar verdienen, von denen nur 1,5 Millionen garantiert sind.
Zum Vergleich: Backup-Quarterback Gardner Minshew, den Arizona erst in dieser Offseason verpflichtete, erhielt mit seinem Einjahresvertrag über fünf Millionen Dollar garantierte Gelder - also mehr, als Brissett in diesem Jahr bekommen würde.
Diese Unterschiede sorgen offenbar intern für Spannungen. Brissett wird vom Team als Starter gesehen, faktisch verdient aber der geplante Backup aktuell mehr garantiert als er. Ganz zu schweigen vom Vergleich zu allen anderen Starting-Quarterbacks der Liga, die zum Großteil deutlich mehr verdienen.
Aktuell ist weiterhin unklar, ob Brissett kommende Woche bei den nächsten OTAs erscheinen wird. Spätestens beim Mandatory Minicamp Anfang Juni könnte die Situation weiter eskalieren. Denn solange nicht mehr Geld in Richtung Brissett fließt, wird diese Spannung anhalten.
Die Situation ist für Arizona besonders brisant, weil das Franchise offensiv gerade einen größeren Umbruch durchläuft.
Mit Mike LaFleur kommt ein neuer Head Coach an die Seitenlinie, der zusätzlich ein neues System mitbringen wird. Zusätzlich investierten die Cardinals in der Offseason massiv in das Laufspiel. In der Free Agency verpflichteten sie Running Back Tyler Allgeier und drafteten später Jemeriyah Love mit dem dritten Pick im NFL Draft 2026.
Und das neue System wird zudem direkt auf die Probe gestellt werden, denn die Cardinals müssen dieses Jahr einen sehr harten Schedule spielen.
Das Quarterback-Drama der Cardinals entwickelt sich aktuell zu einer der spannendsten Personalgeschichten der NFL-Offseason. Sportlich scheint Arizona weiterhin auf Jacoby Brissett zu setzen. Finanziell liegen beide Seiten jedoch offenbar weit auseinander.
Sollte es in den kommenden Wochen keine Einigung geben, könnte die Situation rund um den prognostizierten Starting-Quarterback der Cardinals schnell noch deutlich komplizierter werden.
val