03.07.2026
Revanche zur Abendstunde
Spieltag Neun in der GFL. Der Spitzenreiter im Norden hat am Wochenende frei. Trotzdem wird es richtig spannend, denn das Feld dahinter muss sich sortieren. Vier Spiele mit ganz eigenen Geschichten rund um Revanchen, Playoff-Plätze und Außenseiter-Duelle im Abstiegskampf erwarten uns.

Am Samstag um 18 Uhr schlägt im TeleData Stadion am Lindenhof die Stunde der Wahrheit für die ifm Razorbacks Ravensburg. Nach der Klatsche gegen Schwäbisch Hall (0:28) kommt mit den Pforzheim Wilddogs ausgerechnet das Team, das die Razorbacks im Hinspiel mit 28:10 vorgeführt hat. Seitdem sind die Wilddogs nur noch stärker geworden, während die Razorbacks auf der Stelle treten. Dieses Spiel kann daher richtig wehtun.
Die eigene Offense unter Quarterback Broghean McGovern ist explosiv, wenn sie ins Rollen kommt. 175 Punkte in sechs Spielen sprechen für sich. Aber McGovern hat mit zehn Interceptions bei nur zwölf Touchdowns eine hohe Fehlerquote, die sich gegen eine Pforzheimer Defense (weniger als zehn erlaubte Punkte pro Spiel), die besonders Druck an der Line of Scrimmage aufbaut, rächen kann.
Auf der anderen Seite steht mit Drequan Harris einer der besten Quarterbacks der Liga. 66 Prozent Completion Rate, 2023 Yards, 22 Touchdowns und gerade einmal sechs Interceptions stehen auf seinem Konto. Mit AJ Coons und Luca Faschian hat der mobile Playmaker gleich zwei gefährliche Anspielstationen, die jederzeit für Big Plays gut sind. Die Ravensburger Defense hat im Schnitt 21,7 Punkte pro Spiel zugelassen. Gegen die Feuerkraft der Wilddogs-Offense müssen sie nun bessere Lösungen als im Hinspiel finden.
Ravensburg spielt immerhin zuhause. Wenn die Offense zu ihrem mutigen Spiel zurückfindet und die Defense die Wilddogs zu kurzen Drives zwingt, ist ein enges Spiel drin. Realistisch bleibt Pforzheim in der aktuellen Form aber auf Kurs Richtung Playoffs und macht das Titelrennen um die Süd-Meisterschaft wieder spannend.
Die Potsdam Royals mussten letzte Woche gegen Dresden die erste Saisonniederlage hinnehmen und sind am Samstag im Heimspiel auf Wiedergutmachung aus. Was nach einer Pflichtaufgabe klingt, hat sich im Hinspiel als "Nailbaiter" bis zur letzten Sekunde herausgestellt, in dem die Royals in letzter Sekunde das Spiel noch einmal drehen konnten und mit 15-14 das Feld siegreich verließen.
Xeaiver Bullock findet sich nun von Woche zu Woche besser zurecht und ist einer der komplettesten Quarterbacks der Liga. Er kann häufig frei aufspielen, weil er sich auf den Rückhalt der zweitbesten Scoring-Defense (12 Punkte pro Spiel) verlassen darf. Rebels-Quarterback Tyquell Fields und ein extrem gefährlicher Nate Stewart, der nochmal auf sein ehemaliges Team trifft, zwingen die Royals, wieder hellwach zu sein.
Am Samstag steht der Aufsteiger vor einer Mammutaufgabe. Der ungeschlagene Tabellenführer aus Schwäbisch Hall (6-0) reist nach Regensburg und wird nach einem 28-0-Erfolg über Ravensburg selbstbewusst auftreten. Die Phoenixe müssen gegen die Unicorns Fehler vermeiden und benötigen einen großen Tag ihres Quarterbacks Cameron Yowell. Vielleicht ein paar zu viele "Wenns", um sich mit einem Überraschungserfolg Luft im Abstiegskampf zu machen.
Sonntag empfangen die Braunschweig Lions im Eintracht-Stadion mit gehörig Rückenwind die Saarland Hurricanes. Angeführt von Quarterback Ryon Thomas gewann der Gastgeber die letzten beiden Spiele deutlich. Receiver Peter Anderson fing in beiden siegreichen Partien 17 Catches für 277 Yards und sechs Touchdowns. Das Duo befindet sich im Zusammenspiel in bestechender Form.
Saarland reist mit magerer 1-5-Bilanz an, hat aber mit Joshua Youngblood und dem laufstarken Jaylen Tregle genug flexible Waffen, um den Lions das Leben nicht zu leicht zu machen. Für Braunschweig geht es darum, den positiven Trend zu bestätigen. Die Hurricanes möchten sich mit einem Sieg über ein Nord-Team Luft im Abstiegskampf verschaffen, bevor sie die Heimreise antreten.
Philipp Forstner