24.08.2026
Netflix-Doku
Am Dienstag erscheint die Dokumentation über Vince Young auf Netflix: Eine Geschichte über einen Star, der vom Heilsbringer und Elite-Spieler zum Bust des Jahrhunderts wurde. Nach einem verheißungsvollen Start in die Profikarriere folgte nach kurzer Zeit der freie Fall, der in einem enttäuschenden Karriereende mündete.

Am Dienstag erscheint die Netflix-Dokumentation "Untold: The Testimony of Vince Young" beim Streaminganbieter. Der Film beleuchtet den rasanten Aufstieg des Football-Stars an der University of Texas bis zu seiner turbulenten Profizeit in der NFL. Vor dem Schauen der Doku stellt sich jedoch die Frage: Wer ist Vince Young und wie verlief seine Karriere?
Vince Young galt einst als einer der spektakulärsten Quarterbacks im College Football. Bei den Texas Longhorns führte er sein Team 2006 zum National Championship und wurde anschließend an dritter Stelle des NFL Drafts von den Tennessee Titans ausgewählt. Seine NFL-Karriere begann furios, nahm jedoch schon wenige Jahre später eine unerwartete Wendung.
Young machte bereits an der University of Texas auf sich aufmerksam. Besonders seine Kombination aus starkem Arm und enormer Athletik machte ihn zu einem gefährlichen Dual-Threat-Quarterback. Seinen größten Moment erlebte er im Rose Bowl 2006: Gegen die USC Trojans warf Young für 267 Yards und lief für 200 weitere Yards. Mit drei Rushing-Touchdowns führte er Texas zum 41:38-Sieg und damit zum National Championship. Anschließend räumte er zahlreiche Auszeichnungen ab und galt als einer der besten Quarterbacks des Landes.
Die Tennessee Titans wählten Young im Draft 2006 zum dritten Pick. Schon als Rookie übernahm er den Starter-Posten und bestätigte die hohen Erwartungen. Young führte Tennessee zu einer Bilanz von 8-5 als Starter, erzielte insgesamt 19 Touchdowns und wurde zum Offensive Rookie of the Year sowie in den Pro Bowl gewählt. Auch 2007 führte er die Titans in die Playoffs.
Nach einer verletzungsgeplagten Saison 2008 verlor Young seinen Stammplatz an Kerry Collins. 2009 bekam er seine zweite große Chance und nutzte sie: Mit einer starken Saison führte er Tennessee wieder in Richtung Playoffs und wurde zum zweiten Mal für den Pro Bowl nominiert. 2010 folgte jedoch der Absturz. Nach einem Konflikt mit Head Coach Jeff Fisher und einer Verletzung war seine Zeit bei den Titans beendet.
2011 unterschrieb Young bei den Philadelphia Eagles. Als Ersatz für den verletzten Michael Vick kam er in sechs Spielen zum Einsatz und startete dreimal. Sein bekanntester Auftritt war der Sieg gegen die New York Giants, bei dem er 258 Yards und zwei Touchdowns warf. Insgesamt konnte er jedoch nicht an seine früheren Leistungen anknüpfen.
Danach begann die Odyssee. Young unterschrieb noch bei den Buffalo Bills, Green Bay Packers und Cleveland Browns, schaffte es aber bei keinem der drei Teams in den finalen Kader. 2014 erklärte er seine NFL-Karriere für beendet. Insgesamt absolvierte Young 60 NFL-Spiele, davon 50 als Starter. Er warf für 8964 Yards, 46 Touchdowns und 51 Interceptions und lief zusätzlich für 1459 Yards und zwölf Touchdowns.
Ganz loslassen konnte Young den Football dennoch nicht. 2017 unterschrieb er bei den Saskatchewan Roughriders in der Canadian Football League, verletzte sich jedoch im Training und wurde noch vor Saisonbeginn entlassen. Seine aktive Karriere war damit endgültig vorbei.
Heute bleibt vor allem die Frage, was aus Young hätte werden können. Auf dem College gehörte er zur absoluten Elite, in der NFL zeigte er zeitweise ebenfalls sein enormes Potenzial. Zwei Pro-Bowl-Nominierungen und die Auszeichnung zum Rookie of the Year stehen einer Karriere gegenüber, die nach gerade einmal sechs NFL-Saisons endete.
nhu