02.10.2024
Nach Woche 4
Nach den ersten vier Wochen haben die 32 NFL-Teams fast ein Viertel ihrer Saison absolviert - Zeit für ein erstes Zwischenfazit! kicker-Experte Adrian Franke sortiert alle 32 Teams im ersten Power Ranking: Wer fällt, wer klettert, und welche Team-Aktien sollte man jetzt vielleicht kaufen?

Ranking vor Saisonstart: 10
Vielleicht ist das hier eine Overreaction. Zumindest sollte Miami mit seinen Playmakern und all dem Speed in dieser Offense immer noch in der Lage sein, mehr aufs Feld zu bringen als das, was wir über die letzten Wochen von dieser Offense gesehen haben. Und sollte Tua Tagovailoa zeitnah zurückkommen, ändert sich das Bild auch wieder drastisch und die Dolphins sind anders einzustufen.
Für den Moment aber wirkt Miami schlichtweg nicht kompetitiv. Und Miami ist das einzige Team, über das ich das aktuell sagen würde in der NFL, nachdem die Panthers mit Andy Dalton endlich auf einen grünen Zweig gekommen sind.
Tua zu verlieren ist natürlich bitter, gleichzeitig ist die Tatsache, dass die Dolphins keinen offensiven Floor haben, auch selbstverschuldet. Miami hat die Offensive Line in der Offseason sträflich ignoriert, und auch vor der Tua-Verletzung war das ein so offensichtliches Problem, das es die Dolphins herabgestuft hätte. Und der offensive Plan B fehlt komplett, hier muss sich auch Mike McDaniel berechtigte Kritik anhören.
Jetzt werden die Baustellen umso deutlicher, für eine Offense, die selbst mit Tua zu Saisonbeginn inkonstant war. Und die Defense ist solide, allen voran die Interior Defensive Line, aber bislang auch nicht mehr. Der beste Punkt der Dolphins sind die nach wie vor spektakulären Playmaker, die aber aktuell kaum ins Gewicht fallen.
Ranking vor Saisonstart: 32
Die ersten beiden Spiele waren eine positive Überraschung. Die Patriots waren mitnichten chancenlos, sie schlugen völlig überraschend die Bengals und verloren gegen Seattle erst in der Overtime.
Dabei wurde eine klare Formel deutlich, die sich dann in der klaren Niederlage gegen die Jets in Woche 3 negativ bestätigte: Wenn die Patriots den Ball laufen können, haben sie die defensive Qualität, um Offenses eindimensional zu machen und an der Line of Scrimmage für Probleme zu sorgen. Insbesondere Keion White glänzt hier bisher, während Christian Barmore noch ausfällt.
Doch das ist ein Drahtseilakt. Klappt dieser Plan A nicht, wird der Druck auf die Defense zu groß. Wenn nämlich die Offense den Ball nicht gut läuft, ist das Passing Game eindeutig zu limitiert. Das betrifft die Protection, es betrifft zumindest noch die Receiver-Qualität und es betrifft auch den Quarterback. Hier werden die Fragen nach Drake Maye sehr bald sehr laut werden, und das ist nachvollziehbar. Gleichzeitig sind die Umstände aktuell so desolat, dass ich es verstehe, dass die Patriots ihren Rookie-Quarterback noch nicht rein werfen wollen.
Ranking vor Saisonstart: 15
Ich hatte die Browns vor der Saison als High-Floor-Low-Ceiling-Team auf dem Zettel. Die hohe Baseline sollte durch die vermeintlich abermals beste Defense in der NFL kommen, kombiniert mit einer guten Offensive Line und einem guten offensiven Play-Caller. Der Mangel an Potenzial nach ganz oben dagegen durch die Defizite insbesondere auf der Quarterback-Position.
Nach den ersten vier Spielen der Saison muss man festhalten: Die Bedenken hinsichtlich des Potenzials nach oben waren gerechtfertigt. Watson spielt inkonstant, er hält den Ball zu lange, seine Entscheidungen sind nicht gut, seine Accuracy schwankt mitunter extrem.
Das Problem dabei? All die Dinge, die den Browns Stabilität geben sollten, sind deutlich schlechter als gedacht. Die Defense ist bislang nur Liga-Mittelmaß, und die stark dezimierte Offensive Line ist mehr Problem als Stabilisator. Insbesondere angesichts der Art und Weise, wie Watson dahinter spielt.
Und so haben die Browns einzelne positive Momente, wie etwa wenn Watson Amari Cooper zu einem spektakulären Touchdown trifft, oder wenn Myles Garrett einen Tackle zerlegt. Aber das ist es, was die Browns aktuell sind: Eine Ansammlung einzelner Momente und einzelner Stars, die in Summe aber keinen verlässlichen Output aufs Feld bekommen.
Ranking vor Saisonstart: 30
Der Quarterback-Tausch nach nur zwei Wochen ist nachvollziehbar, und dennoch ist es ein enormer Einschnitt. Nachvollziehbar, weil Bryce Young so überfordert gewirkt hat, dass Dave Canales einerseits aufpassen musste, den Locker Room nicht zu verlieren, andererseits aber auch keine Chance hatte, den Rest seiner Offense zu evaluieren. Young war schlicht nicht in der Lage, offensiv irgendeine Baseline umzusetzen.
Dennoch war es dahingehend überraschend, dass die Panthers die gesamte Offseason unter das Ziel gestellt haben, Young bestmögliche Umstände zu verschaffen. Und dann nach zwei Wochen schon die Entscheidung, dass Young nicht die Antwort ist? Zumindest lässt man sich die Tür offen, dass Young später in der Saison nochmal spielen könnte.
Youngs Leistungen waren umso alarmierender, weil die Line merklich besser spielte als letztes Jahr. Das sollte den Panthers jetzt einen gewissen Floor geben und der deutliche Sprung, den die Offense unter Andy Dalton prompt hingelegt hat, unterstreicht das überdeutlich.
Diesen Floor sucht man in der Defense vergebens. Der Pass-Rush ist kaum existent, und mit Derrick Brown haben die Panthers hier bereits in Woche 1 ihren besten Spieler verletzungsbedingt verloren.

Ranking vor Saisonstart: 28
Aus der "schönen" Late-Season-Geschichte der vergangenen Saison rund um Antonio Pierce ist inzwischen grauer Alltag geworden. Nach der Niederlage gegen Andy Dalton und die Panthers warf Pierce einigen seiner Spieler vor, "Business Decisions" im Spiel getroffen zu haben und kündigte an, dass dann solche auch von Teamseite aus bald folgen werden. Ein Kommentar, für den er sich später entschuldigte.
Mit denkbar ungünstigem Timing fehlten dann gegen die Browns unter anderem Maxx Crosby, Davante Adams, Michael Mayer und Thayer Munford. Aber es spricht für das Team, dass sie diese Partie gegen Cleveland dennoch gewinnen konnten.
Die sportlichen Fragen bleiben aber. Pierce will ein physisches Run-First-Team bauen - doch die Raiders haben das mit weitem Abstand schlechteste Run Game in der NFL. Gardner Minshew ist der Game Manager, den man erwarten musste, und macht seine Sache dafür ordentlich. Pierce stellte ihn nach dem Panthers-Spiel dennoch öffentlich in Frage. Die Defensive Line ist derweil längst noch nicht so dominant, wie erhofft.
Im Moment passen zu viele Dinge in Las Vegas nicht zusammen. Meine größte Frage lautet: Haben die Raiders-Verantwortlichen die Job-Sicherheit und die Weitsicht, um im Laufe dieser Saison den dringend benötigten Umbruch einzuleiten, wenn sie realisieren, dass diese Saison für sie nirgendwohin führt?
Ranking vor Saisonstart: 24
Wir wussten, dass die Titans dieses Jahr ein Projekt sein würden. Umso verwunderlicher war die überaus aggressive Offseason. Gleichzeitig muss man auch festhalten: Die Titans könnten schon deutlich besser dastehen, doch insbesondere in den ersten beiden Spielen war Will Levis viel zu wild unterwegs.
Ich will das hier nicht alles auf Levis ablagern, denn er hatte in seinem zweiten Jahr auch einige positive Momente, hier ist definitiv Potenzial da. Und gleichzeitig ist die Offensive Line längst noch nicht da, wo sie mal sein soll. DeAndre Hopkins hat man zudem die Verletzung aus der Saisonvorbereitung angemerkt. Aber ich halte es für komplett denkbar, dass die Titans hier im Laufe der Saison mehr Konstanz entwickeln.
Die Defense präsentiert sich da besser, die deutlich verbesserte Secondary greift bislang und gibt den Titans eine bis dato gute Pass-Defense. Und: Rookie T'Vondre Sweat hatte einen guten Start in die Saison und Tennessee ist defensiv in jedem Spiel unangenehm.
2024 ist eine Saison für die Selbstfindung in Tennessee. Am wichtigsten ist, dass man mit einigen klaren Antworten aus dieser Saison geht.
Ranking vor Saisonstart: 17
Die Jaguars hatten vermutlich nicht das "beste Team der Franchise Geschichte", wie es Teambesitzer Shad Khan vor Start der Saison hinausposaunt hat. Zwar wurde viel investiert, doch die Fixpunkte in diesem Team sind rar gesät. Josh Hines-Allen, Trevor Lawrence - und danach wird es schon dünn.
Die Offensive Line ist wieder ein Problem, genau wie der Pass-Rush außerhalb von Hines-Allen. Die Receiver sind einmal mehr inkonstant, das trifft auch erneut auf das Run Game zu. Und das offensive Play-Calling ist abermals undurchsichtig und liefert ebenfalls nicht den erhofften Floor.
So bekommt man ein Team, das defensiv Man Coverage spielen will, auch ohne den verletzten Tyson Campbell, und das dabei die Line of Scrimmage verliert. Ein Team, das keine klare offensive Identität hat und offensiv von allen Beteiligten - inklusive Lawrence, dessen Accuracy-Probleme zuletzt signifikant waren - zu wenig konstantes Play bekommt.
Oder auch ein Team, das vor der Saison einige klare Fragezeichen hatte, das aber zusätzlich derzeit weniger Output bekommt, als die individuelle Qualität der Spieler nahelegen würde. Auch weil man Spiele regelmäßig weg wirft, die man gewinnen könnte. Das war gegen Miami und gegen Houston zu beobachten. Und das ist eine sichere Formel, um auf einen Umbruch in der Führungsetage zuzusteuern.
Ranking vor Saisonstart: 26
Ich bin gespannt darauf, wo der Diskurs rund um die Giants nach der Saison steht. Bislang ist die Defense zwar mitnichten stabil, aber zumindest halbwegs passabel, und während Daniel Jones niemanden doch noch nachhaltig von sich überzeugen dürfte, versteht er immerhin genau, dass Malik Nabers der Schlüssel ist, um den Ball offensiv zu bewegen.
Will sagen: Dieses Giants-Team wird nichts mit den Playoffs zu tun haben. Aber es gibt genug Faktoren, die dafür sorgen könnten, dass man sechs, sieben Spiele gewinnt. Und was dann?
An dem Punkt sind wir natürlich noch nicht. Und solange die Giants weder defensiv dominanter, noch offensiv konstanter werden, sehe ich auch während der laufenden Saison keinen größeren Sprung mehr passieren.
Die Frage dann wird sein, ob das aktuelle Regime die Freiheit erhält, sich Jones’ Nachfolger im Draft auszusuchen; womöglich inklusive eines Uptrades. Mit Nabers, dem, was Wan’Dale Robinson bislang als Nummer 2 zeigt und zumindest einigen Bausteinen in der Offensive Line entsteht zumindest ein Konstrukt, in das man einen jungen Quarterback rein werfen kann.
Ranking vor Saisonstart: 29
Das ist, nachvollziehbarerweise, nicht immer das, was Fans hören wollen. Aber für die Broncos geht es in dieser Saison nicht in erster Linie darum, neun Spiele zu gewinnen. Es geht darum, herauszufinden, was man in Bo Nix hat, und was man aus seinem Rookie-Quarterback noch herausholen kann.
Die Ergebnisse sind bisher noch überschaubar, und die bisherigen Auftritte der Offensive Line helfen nicht gerade in der Evaluation. Nix hatte einige gute Momente, aber bislang überwiegen die Limitationen seine Analyse.
Eine positive Überraschung dagegen ist die Defense: Zach Allen spielt eine gute Saison, generell gefällt der Pass-Rush, der auch mit einer gehörigen Portion schematischer Aggressivität betrieben wird.
Das macht die Broncos schon einmal zumindest zu einem unangenehmen Gegner. Und es gibt ihnen die Möglichkeit, Spiele wie das gegen die Jets vielleicht nicht schön, aber dennoch zu gewinnen. Aktuell finden sie auf der Seite des Balls eher eine Identität als in der Offense, wo auch das Run Game noch wenig erfolgreich ist.
Ranking vor Saisonstart: 11

Diverse Quarterbacks warteten noch auf ihr erstes 200-Yard-Spiel, da hatten die Rams schon sechs Starter auf der PUP- und der Injured-Reserve-Liste. Von Darious Williams über Steve Avila, John Johnson und Jonah Jackson, bis hin zu Puka Nacua und Tyler Higbee. Cooper Kupp, der auch für mehrere Wochen ausfällt, ist hier nicht einmal mit dabei.
Es ist bislang eine enorm von Verletzungspech geprägte Saison. Die Offensive Line, die eigentlich eine Stärke sein sollte, war prompt enorm dezimiert, die beiden zentralen Playmaker fehlen. Umso höher muss man es den Rams - und allen voran Matt Stafford und Sean McVay - anrechnen, dass sie offensiv kompetitiv bleiben.
Dass die Defense keine Stärke sein würde, war absehbar. Hier kann man aber sogar die jungen Starter hervorheben: Die Rookies Braden Fiske und vor allem Jared Verse präsentieren sich bislang sehr gut und geben der Front Hoffnung. Die Stabilität muss ohne Aaron Donald erst wieder gefunden werden.
Mit den Verletzungen ist es schwer vorstellbar, dass die Rams bis zum Ende im Playoff-Rennen bleiben. Aber in einem einzelnen Spiel sollte niemand Stafford und McVay abschreiben.
Ranking vor Saisonstart: 23
Die Cardinals-Offense hat Top-10-Potenzial - aber hat sie auch Top-10-Konstanz? Nach vier Wochen lautet die Antwort relativ klar: Nein. Die Highlights waren spektakulär, doch mal wackelt die Offensive Line - die schon jetzt phasenweise bei ihrem vierten Right Tackle angekommen war -, mal klappt das Run Game als Floor nicht und mal ist es auch Kyler Murray, der zu viel will, statt den Ball geduldig zu bewegen.
All diese Dinge hängen irgendwo zusammen, und es war immer klar, dass Arizona im zweiten Jahr des Rebuilds noch Baustellen kompensieren muss. Murray muss dafür aber konstanter spielen. Marvin Harrison ist in der NFL angekommen, Michael Wilson und Paris Johnson spielen bis dato eine gute zweite Saison und einige der jungen Cornerbacks konnten erste Ausrufezeichen setzen. Das sind die wichtigen Eckpunkte.
Doch das Thema "Baustellen" gilt in noch viel größerem Maße für die Defense. Auch das kommt keineswegs überraschend, und da einer ohnehin Bottom-5-Front noch BJ Ojulari (für die ganze Saison) und Erstrunden-Rookie Darius Robinson (Comeback zeitnah möglich) fehlen, ist es ein furchtbar zahnloser Pass-Rush. Kein Team ist hier so harmlos.
Arizona macht schematisch und in puncto Play-Design defensiv jede Menge, das spricht für die Coaches. Aber das Talent-Level auf der Seite des Balls ist schlicht noch nicht da. Und die erhofften nachhaltigen Fortschritte in der Offense fehlen bislang in Jahr 2 des Rebuilds.
Ranking vor Saisonstart: 18
Ich bin ehrlich: Ich hatte von den Colts schon etwas mehr erwartet. Das mag auch noch kommen, am Ende sind sie in der Prognose bei acht bis neun Siegen gelandet, und das ist selbstredend noch komplett möglich. Aber ich hatte "mehr" erwartet, eher dahingehend, wo das Team leistungsmäßig schon steht.
Das beginnt selbstredend mit Anthony Richardson, und hier ist es vermutlich fair, die Erwartungshaltung ein wenig runter zu schrauben. Angesichts der geringen Spielpraxis, wenn man College und seine Rookie-Saison zusammennimmt, ist ein hohes Maß an Inkonstanz noch nachvollziehbar. Das betrifft bei Richardson vor allem die Accuracy, aber auch einige seiner Entscheidungen.
Und die Colts spielen - vielleicht auch deshalb - eine Offense, die in Extremen lebt. Richardson wirft den Ball, gemessen am Liga-Schnitt, extrem tief. Womöglich ist die Hoffnung, dass das Run Game in Kombination mit vielen Shots die Offense schlagkräftig macht, solange das Passspiel noch keine Konstanz hat. Aber die Folge ist bisher eine in Summe extrem inkonstante Offense, und bis sich das einpendelt, allen voran eben bis Richardson sich hier stabilisiert, wird das ein gravierendes Thema bleiben.
Das gilt umso mehr, weil die Defense nicht viel zur allgemeinen Stabilität des Teams beiträgt. Die Run-Defense hat sich nach einem historisch schlechten Start etwas gefangen, aber selbst Mittelmaß wäre für diese Defense unter dem Strich schon ein Erfolg.
Ranking vor Saisonstart: 14
Die Falcons sind ein gutes Beispiel dafür, warum die ersten Wochen einer Saison so irreführend sein können. Nach dem ersten Spiel herrschte Alarmstufe Rot, die Offense war ganz offensichtlich auf Kirk Cousins mit signifikant eingeschränkter Mobilität eingestellt und die Frage, wann wir Michael Penix sehen könnten, schien berechtigt.
Dann präsentierten die Falcons in Woche 2 ein schematisch komplett anderes Gesicht, Cousins wirkte deutlich mobiler und lieferte einen Game Winning Drive in Philadelphia gegen die Eagles. Am Montagabend. Nur um dann gegen die Chiefs zu verdeutlichen, wie limitiert die Offense ist, wenn sie den Ball nicht vernünftig laufen kann. Das setzte sich gegen die Saints fort, in einem Spiel, das Atlanta mit 26:24 gewann, ohne einen eigenen offensiven Touchdown zu erzielen.
Kurzum: Wir wissen nicht, was wir nicht wissen, und das ist ganz besonders zutreffend in der Frühphase einer NFL-Saison. Die Defense hat kein Top-10-Potenzial, aber ich denke, dass sie eine höhere Baseline haben sollte als das, was sie bisher zeigt. So kann man die Offense vermutlich auch am besten beschreiben.
Gleichzeitig bin ich nicht sicher, wie viel wir von Cousins dieses Jahr noch bekommen. Aktuell wirkt er noch ein gutes Stück weit entfernt von seiner Vorjahres-Form. Und die Division ist stärker als gedacht. Insofern sollten sich die Falcons nicht zu viel Zeit lassen, um ihre PS konstanter auf die Straße zu bringen.
Ranking vor Saisonstart: 16
Man muss hier einmal in aller Deutlichkeit festhalten: Viele - ich inklusive - haben in der Offseason die offensiven Umstände in Chicago gnadenlos überschätzt. Und das in jeder Hinsicht: Die Offensive Line ist nicht die durchschnittliche Line, die man in Chicago erhofft hat. Insbesondere die Interior Line ist vielmehr ein echtes Problem.
Das Play-Calling ist nicht gut, Chicago ist viel zu häufig in schlechten Third Downs und das Run Game ist weitestgehend desaströs. Selbst die Wide Receiver bleiben bislang klar hinter den Erwartungen zurück, auch weil Keenan Allen bereits mehrere Spiele verletzungsbedingt verpasst hat.

Das führt auch dazu, dass man die Erwartungen an Caleb Williams anpassen muss. In meinen Augen spielt Williams nicht schlecht, sein Spiel ist deutlich kompletter als das, was der Boxscore aussagt. Er will manchmal noch zu viel, aber angesichts der realen Umstände in Chicago ist das sogar halbwegs nachvollziehbar. Gegen die Rams hatte er jetzt aber sein bis dato vermutlich bestes Spiel, was das konstante Ballverteilen angeht. Man sieht Woche für Woche Fortschritte bei ihm.
Ich erwarte hier weitere Besserung im Laufe der Saison, aber der Best Case, den man vielleicht im Vorfeld der Saison erwarten oder erhoffen konnte, wird vermutlich nicht eintreffen. Die positive Nachricht: Die Defense spielt gut, hier haben sich die Offseason-Hoffnungen bislang bewahrheitet. Das gibt Chicago einen gewissen Floor, jetzt muss die Offense ihren Teil beitragen. Und das könnte realistischer sein, als manche nach vier Spielen denken.
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Ranking vor Saisonstart: 22
Der Saisonstart war unspektakulär, gleichzeitig aber auch ermutigend. Denn wie häufig in den vergangenen Jahren hätten die Chargers Spiele wie das gegen die Raiders vielleicht irgendwie verloren. Und Spiele wie das gegen die Panthers zumindest unnötig eng gestaltet.
In der Hinsicht war bereits ein frischer Wind der Jim-Harbaugh-Ära spürbar. Und auf dem Platz sah es so aus, wie man es sich vorstellen konnte: Offensiv extrem Run-lastig, mit aber auch einem durchaus erfolgreichen Run Game. Und Defensiv limitiert in puncto individueller Qualität, gleichzeitig aber mit einem anderen Level was Energie, Tackling und generellen Speed angeht.
Dass die individuelle Qualität insgesamt vermutlich größere Sprünge dieses Jahr verhindern würde, das war absehbar. Das ist immer noch ein Team im Umbruch, und der Kader reflektiert das.
Dass jetzt bereits mehrere Verletzungen bei Leistungsträgern dazu kamen, macht die Sache auch in der Bewertung noch schwieriger. Aber ich bin und bleibe skeptisch, dass die Chargers unter Greg Roman ein strukturell gutes Passing Game aufs Feld bringen. Die ersten Wochen der Saison bieten hier noch nicht viel Anlass für Optimismus.
Ranking vor Saisonstart: 31
Die Offense der Commanders war zu Beginn der Extremfall von dem, was man vor der Saison befürchten musste. Eine Offense, die extrem über Screens funktioniert und die den Quarterback bestmöglich "raushalten" will, zumindest im Passing Game.
Seitdem haben wir gesehen, wie Washington gegen schwächere Defenses das Passing Game öffnet - und so auch die Deep Shots von Jayden Daniels ein gewichtiger Faktor werden. Das führt zu einer in der Summe überraschend effizienten Offense, gerade im Liga-Vergleich, wo viele andere Offenses noch Probleme haben.
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Wenn Daniels Zeit bekommt, ist er schon jetzt ein präziser Ballverteiler. Und zuletzt konnten die Commanders auch den Ball am Boden besser bewegen. Die offensive Konstanz ist beeindruckend und deutlich besser als erwartet. Ich bin gespannt darauf, wie das gegen bessere Defenses aussieht, die Daniels zu schnelleren Entscheidungen zwingen und wenn Defenses generell mehr Tape von dieser Offense haben. Aber der Start war gut.
Die Highlights in der Defense dagegen sind deutlich rarer gesät. Hier fehlt schlichtweg das Talent, sowohl im Edge-Rush, als auch in der Secondary. Washington ist hier äußerst anfällig, was wiederum auch den Druck auf die eigene Offense erhöht.
Die Commanders sind einerseits im Umbruch, das sich andererseits aber in der Offseason mit vielen Veterans aus dem dritten und vierten Regal verstärkt hat. Das macht es schwer, einzuordnen, wo genau die Reise hingeht. Doch die ersten Schritte des Neustarts hätten kaum positiver ausfallen können.
Ranking vor Saisonstart: 27
An der Niederlage gegen Atlanta wird man in New Orleans noch eine Weile knabbern. Dieses Spiel haben die Saints doppelt und dreifach selbst weg geworfen - was aber wiederum auch einen gewissen positiven Ausblick erlaubt.
Die Saints sind nicht Woche für Woche dieses High-Scoring-Team, das sie über die ersten beiden Spiele waren. Aber die Offense bewegt den Ball, und die Defense ist alles in allem eine positive Überraschung, insbesondere in der Defensive Line.
New Orleans ist in der Offense, so viel kann ich definitiv schon sagen, signifikant besser, als ich das vor der Saison erwartet hatte. Trotzdem will ich erst sehen, dass sie auch ohne Center Erik McCoy und jetzt mit etwas Tape für gegnerische Defenses ihre hohe Schlagzahl aufrechterhalten kann. Oder zumindest, ob die Saints mit ihrer Offense Spiele gewinnen können. Und wie die Line gegen gute Defenses in Passing Downs funktioniert.
Dennoch: Die Saints sind gut genug, um in einer mal wieder engen NFC South mal wieder vorne mitzuspielen.
Ranking vor Saisonstart: 12
Ich war bei den Cowboys vor der Saison eher skeptisch. Aber selbst aus dieser Perspektive ist es bisher eine enttäuschende Saison. Denn all die Fragezeichen, mit denen Dallas in diese Saison gegangen ist, verlaufen bislang denkbar schlecht: Der Offense fehlen die Receiving-Optionen hinter CeeDee Lamb, das Run Game ist weitestgehend übel und so lastet sehr viel Druck auf Prescott.
Gleichzeitig ist der erste positive Eindruck der Defense aus dem Opener gegen die Browns sehr schnell wieder verflogen: Dallas wirkt defensiv vergleichsweise ausrechenbar, vor allem aber ist die Run-Defense so schwach, dass die Cowboys hier konstant ein massives Handicap ausgleichen müssen. Und jetzt fallen zu allem Überfluss sowohl Micah Parsons, als auch Demarcus Lawrence erst einmal aus. Das könnte einer ohnehin äußerts anfälligen Defense endgültig den Zahn ziehen.
All diese Baustellen in Summe ergeben ein Team, das vielleicht genug individuelle Qualität hat, um sich im Playoff-Rennen zu halten. Aber bei dem das Ende dieses Regimes und das Ende dieser Version der Cowboys klar am Horizont sichtbar ist.
Ranking vor Saisonstart: 21
Die Bucs sind das, was sie letztes Jahr auch waren: Ein unangenehmer Gegner mit hoher individueller Qualität in einigen Bereichen, der je nach Matchup auch mal ein anderes Team überfahren kann. So wie die Eagles am vergangenen Sonntag, als Philly ohne seine beide Top-Receiver antreten musste. Tampa Bay ist dabei für sich betrachtet kein Team, das Titelanwärter-Potenzial hat. Aber wie auch letztes Jahr kann diese Formel die Bucs selbst in den NFC-Playoffs zu einem gefährlichen Gegner machen - je nach Matchup.
Die Offensive Line ist angeschlagen und wackelt bisweilen, in Bestbesetzung und mit mehr Erfahrung für Graham Barton kann sich das noch stabilisieren. Das Run Game ist auch deshalb weiterhin überschaubar, wenngleich Bucky Irving hier ein neues Element reinbringt.
Baker Mayfield indes spielt so wie letztes Jahr. Wenn er schnell spielen kann, im Rhythmus ist und den Ball raus feuert, ist er am besten. So wie gegen die Eagles. Mike Evans ist immer noch ein dominanter Ball-Winner und Godwin gefällt mir sogar besser als letztes Jahr.
Die Defense ist da das größere Sorgenkind. Insbesondere der Pass-Rush ist noch sehr durchwachsen, trotz einer bis dato guten zweiten Saison von Yaya Diaby.
Ranking vor Saisonstart: 8
Komplett greifen kann ich diese Version der Eagles noch nicht. Das liegt auch daran, dass die Defensive Line, die über so viele Jahre eine absolute Stärke und ein immenser Stabilisator war, dieses Jahr merklich wackeliger daherkommt. Insbesondere der Pass-Rush, wo Neuzugang Bryce Huff noch deutlich hinter den Erwartungen zurückbleibt, ist nicht so dominant wie gewohnt. Trotz einer weiteren starken Saison von Jalen Carter.

Gleichzeitig lässt sich festhalten, dass die Investitionen in die Secondary schon erste Früchte tragen. Das gilt vor allem für Erstrunden-Pick Quinyon Mitchell. Doch die Defense in Summe ist noch merklich zu anfällig und hier muss man auch Vic Fangio kritisch hinterfragen.
Auch die Bewertung der Offense ist noch offen.
Jalen Hurts hatte keinen guten Start in diese Saison. Das Passing Game bietet dennoch mehr Antworten insbesondere im Quick Game und wirkt insgesamt schematisch runder. Hier sehe ich auch wieder deutlich mehr Sicherheit, wenn man mit voller Kapelle antritt. Denn durch die Verletzungen von A.J. Brown und dann zusätzlich von DeVonta Smith konnten wir noch nicht die bestmögliche Version sehen.
Vielmehr war es eine ganz üble Version am Sonntag gegen Tampa Bay, und eine auffällig inkonstante Version in den ersten drei Wochen.
Immerhin: Die Offensive Line spielt auch ohne Jason Kelce auf einem hohen Level. Und die Verpflichtung von Saquon Barkley wirkt bislang wie ein Volltreffer.
Ranking vor Saisonstart: 20
In dieser Saison, in der Offenses ligaweit mehr Probleme haben, Defenses das Geschehen auffällig stark prägen und die Spiele eng und weniger punktreich sind, sind die Steelers so zuhause wie der Fisch im Wasser.
Enge Low-Scoring-Spiele mit defensiven Big Plays für sich zu entscheiden, das ist seit Jahren die Kernkompetenz der Steelers. Jetzt haben sie zusätzlich zum ersten Mal seit den letzten guten Ben-Roethlisberger-Jahren eine halbwegs stabile Offense, in Kombination mit abermals einer sehr starken Defense. Und diese Formel funktioniert dieses Jahr besonders gut.
Dabei muss man festhalten, dass sich die Offense zwar im Vergleich zu den letzten Saisons gesteigert hat, dennoch ist diese Unit limitiert. Justin Fields macht seine Sache alles in allem gut bislang, und er gibt Pittsburgh die Handvoll Plays am Boden, die Russell Wilson schlicht nicht liefern kann. Dennoch ist das Run Game in Summe bislang so gar nicht effizient.
Hier müssen sich die Steelers steigern. Denn bei allem Lob: Allzu große Sprünge als Passer erwarte ich von Fields nicht mehr. Und das Waffenarsenal, abgesehen von George Pickens, gibt das auch nicht wirklich her.
Ranking vor Saisonstart: 5
Der Record ist in gewisser Weise der Worst Case für das, was die Bengals bislang gezeigt haben. Gegen die Patriots fehlten ein paar Zentimeter für einen möglichen Game-Winning-Touchdown, gegen die Chiefs war man eine Pass-Interference-Strafe von einem Sieg entfernt und gegen die Commanders reichten 33 Punkte der Offense nicht für den Sieg.
Gleichzeitig deckten die Niederlagen auch gnadenlos die Defizite bei den Bengals auf, die vermutlich größere Sprünge dieses Jahr letztlich auch verhindern werden. Gegen die Patriots konnte die schwache Front den Run nicht stoppen, gegen die Commanders war der Pass-Rush desolat. Das sind keine überraschenden Schwachstellen, aber wie schwach die Bengals sich hier teilweise bisher präsentieren, senkt den Floor doch nochmal.
Und das, obwohl sich die Offense von Woche zu Woche gesteigert hat. Burrow spielt eine gute Saison, mit der Rückkehr von Tee Higgins ist auch wieder mehr Dynamik in einer Offense, die schematisch nach wie vor relativ statisch daherkommt. Allerdings ist hier auch die Line bislang eher schwächer als gedacht, was die Dinge zusätzlich verkompliziert.
Cincinnati wird viele Shootouts gewinnen müssen, um das Ruder noch herum zu reißen. Der Druck Woche für Woche auf die Offense ist enorm.
Ranking vor Saisonstart: 13
Das Spiel gegen die Patriots in Woche 3 war das erste Spiel, in dem Aaron Rodgers aussah wie die MVP-Version: Die Arm sah bereits im ersten Spiel gut aus, aber auch die Mobilität war weiter verbessert, Rodgers traf mehrere schwierigste Pässe auch aus der Bewegung und dabei verteilte er den Ball auffällig gut.
Wenn sich das perspektivisch - gegen Denver hatte die Offense im Regen von New York dann prompt insgesamt einen sehr schlechten Tag - weiter fortsetzt, sind die Jets ein Team, das auch in den Playoffs für Furore sorgen kann. Und das offensive Potenzial ist dabei noch nicht maximiert: Das Run Game ist noch inkonstant, Garrett Wilson muss ein noch besserer Faktor in der Offense werden.
Hier ist noch einiges möglich - und dann wäre die Folgefrage: Kann die Defense auch ihre Qualität wieder aufs Feld bringen? Das war bisher noch nicht wie erhofft der Fall. Die Defensive Line hat ohne den verletzten Jermaine Johnson und ohne Haason Reddick, der weiter im Holdout ist, womöglich schlicht nicht die Qualität im Edge-Rush.
Das Spiel gegen Denver war ein kräftiger Dämpfer, aber mit Blick auf die Entwicklung in den Spielen davor und mit Blick auf die äußeren Bedingungen am Sonntag würde ich das nicht überbewerten.
Ranking vor Saisonstart: 19
Auch nach vier Spielen bleibt Seattle zumindest in Teilen eine Wundertüte.
Die Gegner in den ersten drei Spielen waren schlicht nicht gut genug, um eine wirklich vernünftige Bewertungsgrundlage - zumindest für nach "ganz oben", denn schwächere Gegner zu schlagen für sich betrachtet ist schon eine eigene Qualität - zu bieten. Und gegen Detroit schlug sich die Offense zwar wacker, die Defense aber ohne ihre vier besten Defensive Linemen war schlicht chancenlos.
Es ist auch immer noch ein Findungsprozess auf beiden Seiten des Balls unter dem neuen Coaching Staff. Geno Smith ist dabei für mich die positivste Personalie; die Offensive Line dagegen muss dringend noch verbessert werden.
Aber man erkennt, was offensiv möglich sein kann, auch wenn wir das volle Potenzial hier vielleicht erst nächstes Jahr sehen. Und man sieht defensive Fortschritte, teilweise auch individuelle Entwicklungen, die mich noch mehr an diesen Coaching Staff glauben lassen.
Ranking vor Saisonstart: 7
Nach nur zwei Spielen mit Jordan Love, wovon eines auf dem offensichtlich desolaten Rasen in Brasilien stattfand und er im zweiten unerwartet früh und sichtbar noch nicht bei 100 Prozent zurückkam, ist es noch schwierig, die Packers-Offense einzuordnen. Die Defense war in der ersten Hälfte gegen Minnesota enttäuschend, legte im zweiten Durchgang aber einen Schalter um und erinnerte wieder mehr an die Unit, die in den ersten Wochen der Saison Turnover auf Turnover fabrizieren konnte.
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Was Matt LaFleur mit Malik Willis aufs Feld gebracht hat, macht mich noch optimistischer in der generellen Packers-Prognose. Wenige Coaches sind so gut darin, ihre Offense anzupassen und die Spieler in bestmögliche Position zu bringen. Und selbst in dem Spiel gegen die Vikings hatte ich den Eindruck, dass, nachdem Love dann auch besser in der Partie angekommen war, nicht viel fehlte, um offensiv wieder an die starke vergangene Saison anzuknüpfen.
Green Bay ist noch immer ein junges Team mit einigen Wachstumsschmerzen. Auf beiden Seiten des Balls. Aber ich bleibe optimistisch, was die weitere Saisonprognose für die Packers angeht, denn sowohl das individuelle Talent, als auch das Coaching sind da, um sich im Laufe der Saison weiter oben festzusetzen.
Ranking vor Saisonstart: 4
So ganz sind die Texans noch nicht in der Saison angekommen; dass sie dennoch mit drei Siegen aus den ersten vier Spielen starten konnten, unterstreicht, wie stabil dieses Team bereits ist.
Das ist ausgesprochen positiv, doch ärgerlich ist, dass sich einige der Probleme aus dem letzten Jahr fortsetzen. Insbesondere das überschaubare Run Game - abgesehen vom Auftaktspiel gegen die Colts -, das dennoch bei Early Down rigoros durchgezogen wird, bringt die Offense in schwierige Situationen.
Hier will ich mehr Antworten von Offensive Coordinator Bobby Slowik sehen, um die Offense auf ein höheres Level zu heben. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass sich die offensive Qualität noch weiter durchsetzen wird, umso mehr, weil C.J. Stroud sich zunehmend als Top-8-Quarterback etabliert.
Das gilt auch für die Defense. Auch hier sah man bisher in Teilen bereits, was möglich ist. Doch insbesondere gegen den Run müssen die Texans wieder mehr ihre Stabilität aus der vergangenen Saison finden, das hätte sie beinahe das Spiel gegen die Jaguars gekostet.
Ranking vor Saisonstart: 6
Man kann den Lions dabei zuschauen, wie sie sich gerade selbst finden. Wie sie versuchen, sich defensiv in Man Coverage zurechtzufinden, wie sie versuchen, ihr im Vorjahr so starkes Intermediate Passing Game wieder zu finden und wie Goff noch seinen Rhythmus in dieser Saison sucht.
Dass die Lions mittlerweile ein gutes Team sind, sieht man daran, dass sie Spiele gewinnen, während sie diesen Prozess durchlaufen. Und das liegt in der Regel daran, dass diese Teams genügend Stabilisatoren haben. Im Fall der Lions ist es das Run Game hinter einer Top-3-Offensive-Line, auf das sie fast immer zurückfallen können, in Kombination mit einzelnen Stars wie Amon-Ra St. Brown und Aidan Hutchinson. Und auch hier ist etwa Sam LaPorta noch nicht der Faktor, der er letztes Jahr war. Auch Jameson Williams sucht seine feste Rolle noch.
Klar ist: Die Secondary muss besser werden, um defensiv so spielen zu können, wie die Lions es wollen. Der Pass-Rush außerhalb von Hutchinson ist noch ein Fragezeichen, auch weil sich Marcus Davenport abermals verletzt hat.
Und: Goff muss wieder stabiler spielen, der Auftritt gegen die defensiv angeschlagenen Seahawks war ein Schritt in die richtige Richtung. Das ist eine Grundvoraussetzung, um sich im weiteren Saisonverlauf als Titelanwärter aus der NFC zu etablieren.

Ranking vor Saisonstart: 25
Es gibt jedes Jahr diese Teams, bei denen man sich nach den ersten Wochen der Saison fragt: Wie lange können sie das aufrechterhalten? Und das Ausmaß dieser Diskussion kann sehr stark variieren.
Bei manchen Teams wirkt der Record völlig absurd gemessen an dem, was sie auf dem Platz gezeigt haben, und der Einbruch scheint eine Frage der Zeit.
Andere Teams müssen nuancierter diskutiert werden. So wie die Vikings. Ich denke nicht, dass Minnesota dieses enorm hohe defensive Level auf die ganze Saison gesehen halten kann. Gleichzeitig erwarte ich mitnichten einen Absturz in den Liga-Keller. Die Defense lebt noch immer in Extremen was Blitzing und vor allem den Fokus auf 3rd-Down-Packages angeht, aber sie wirken gleichzeitig stabiler bei Early Down.
Minnesota ist bisher in der Lage, mit der Defense positive Game Scripts zu kreieren. Das ist ein enormes Plus, von dem auch die Offense sehr profitiert. In den Spielen gegen San Francisco, Houston und Green Bay gelangen Minnesota frühe Turnover, die dann auch konsequent bestraft wurden.
Es wird Spiele geben, in denen die Vikings mal das Team sind, das früh zwei unglückliche Turnover verarbeiten muss, und das sich aus einem 10-Punkte-Rückstand raus arbeiten muss. Diese Facette haben wir von diesem Team noch nicht gesehen, und deshalb bleibe ich auch ein wenig skeptisch; zumal Darnold schon jetzt pro Spiel dem Gegner zwei bis drei Turnover anbietet. Dennoch bin ich beeindruckt von der Effizienz, die Minnesota bislang an den Tag legt, genau wie vom Coaching auf beiden Seiten des Balls.
Ranking vor Saisonstart: 2
Der Saisonstart war durchaus holprig, doch ich bin weit davon entfernt, die 49ers in irgendeiner Art und Weise abzuschreiben - oder auch nur die Krise auszurufen. Das Spiel gegen Minnesota hätte genausogut in einem Sieg enden können und gegen die Rams hat man es in erster Linie selbst weg geworfen.
San Francisco hat außerdem immer noch Elite-Säulen auf jedem Level der Defense, sie haben einen Elite-Left-Tackle, den derzeit besten offensiven Play-Caller in der NFL und selbst mit der offenen Frage, wann Christian McCaffrey wieder spielen kann, ist das Waffenarsenal gut. Insbesondere, weil Jauan Jennings bisher eine spektakuläre Saison spielt.
Gleichzeitig muss man festhalten, dass einige der Problemzonen repariert werden müssen, andernfalls droht die nächste Postseason-Enttäuschung. Das betrifft in erster Linie die Defensive Line: Selbst vor der Verletzung von Javon Hargrave, der mindestens den Rest der Regular Season verpassen wird, waren die Niners hier zu dünn aufgestellt und mussten vor allem gegen den Run nachbessern. Jetzt gilt das umso mehr.
Die McCaffrey-Situation muss man im Auge behalten, ein Comeback ist hier aktuell für November angesetzt. Und Brandon Aiyuk muss dringend mal den Rost dieser holprigen Offseason ablegen. Die Niners werden viele derzeitige Problemzonen noch vergessen lassen; in der Defensive Line allerdings muss extern nachgebessert werden.
Ranking vor Saisonstart: 1
Wir sind an diese Art Chiefs-Saison mittlerweile fast schon gewohnt. Zumindest sollten wir es sein. Gemeint ist: Wenig offensives Feuerwerk, eher einige holprige Spiele früh in der Saison, Fragezeichen hinsichtlich des Entwicklungspotenzials in der weiteren Saison - und dennoch fast schon routinemäßig Siege und früh klare Verhältnisse innerhalb der Division.
Deswegen sollte auch niemand daran zweifeln, dass Kansas City in der Crunchtime der Saison einen Schalter umlegen kann, sollte das notwendig werden. Denn auch das haben wir zu häufig in den vergangenen Jahren gesehen.

Gleichzeitig ist es trotzdem legitim, zu hinterfragen, inwieweit dieser Schritt auch dieses Jahr wieder gelingt. Denn zumindest Travis Kelce erweckt bislang in dieser Saison, noch mehr als im Vorjahr, nicht den Eindruck, dass eine solche Leistungsexplosion wie in den vergangenen Playoffs möglich ist.
Und nach der Verletzung von Rashee Rice, der über die ersten drei Spiele der klare Dreh- und Angelpunkt war und mehr und mehr in die Nummer-1-Rolle kletterte, wird Kelce wieder mehr machen müssen.
Die Rice-Verletzung halte ich für so eklatant im Kontext dieser Offense, dass Kansas City hier etwas auf dem Trade-Markt machen muss. Auch weil wir Marquise Brown in dieser Saison vermutlich gar nicht sehen werden.
Dazu ist die Left-Tackle-Position eine größere Baustelle, Rookie Kingsley Suamataia scheint noch nicht bereit für diese Rolle. Xavier Worthys Rolle wird sicher noch erweitert werden, und auch wenn er bislang eine für seine Verhältnisse schwache Saison spielt: Mahomes ist in den entscheidenden Momenten da. Das in Kombination mit einer Defense, die Spiele nach wie vor an sich reißen kann, wird zumindest in der Regular Season reichen.
Ranking vor Saisonstart: 3
Gegen die Cowboys und die Bills haben wir die beste Version der Ravens gesehen. Baltimore muss in erster Linie offensiv über den Run kommen, und wenn das gelingt, dann können die Ravens jeden Gegner dominieren.
In offensichtlichen Passing Situationen dagegen werden die Schwachstellen in der Offensive Line deutlich sichtbar. Dann sieht man auch den Mangel an Top-Receiving-Qualität. Das Passspiel für Baltimore sollte in erster Linie als Komplementärteil zum eigenen Run Game funktionieren. Dann sind die Ravens brandgefährlich.
Defensiv sind es immer noch etwas zu viele zugelassene Big Plays, aber die Defensive Line ist bislang eine positive Überraschung. Insbesondere der Pass-Rush funktioniert und gegen die Bills war eindrucksvoll zu sehen, wie die Ravens mit einem defensiven Game Plan eine starke Offense aushebeln können. Die individuelle Qualität in der Secondary steht ohnehin außer Frage.
Ich will von Baltimore immer noch mehr Konstanz im Passing Game sehen. Und vielleicht kommt das, wenn sich die Offensive Line weiter stabilisiert. Aber für den Moment sind die Ravens wieder einmal eines der Topteams.
Ranking vor Saisonstart: 9
Wirklich dominante Teams hat diese Saison bisher noch nicht zu bieten. Das ist per se nicht unbedingt ungewöhnlich, die absoluten Topfavoriten kristallisieren sich häufig erst später klar heraus. Und insbesondere dieses Jahr, wo Defenses das Geschehen so sehr kontrollieren, wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr, wirkt alles noch enger beieinander. Die Bills waren über die ersten drei Spiele dominant, kassierten dann aber in Baltimore ihren ersten Dämpfer.
Dennoch: Buffalo hat eine beachtlich hohe Baseline durch eine Kombination verschiedener Faktoren: Die Offensive Line ist gut, die Defensive Line ist überraschend gut und das Coaching auf beiden Seiten des Balls ist sehr gut.

Dazu hat man den derzeit besten Quarterback in der NFL. Josh Allen spielt bis dato eine herausragende Saison, die Offense funktioniert, weil er den Ball so zuverlässig an verschiedene Targets verteilt - und weil er dem Run Game eine zusätzliche Dimension gibt.
Die Auftritte der Defense, abgesehen vom Ravens-Spiel, sind umso überraschender, da mit Taron Johnson und Terrel Bernard zwei wichtige Spieler bisher weitestgehend gefehlt haben. Von Matt Milano ganz zu schweigen. Sprich: Hier ist eine Steigerung sogar realistisch denkbar. Benford und Douglas sind ein gutes Cornerback-Duo, Von Miller ist eine positive Überraschung.
Offensiv war das Ravens-Spiel allerdings auch ein Hinweis auf mögliche weitere Probleme. Denn wenn Defenses die Line of Scrimmage gegen sie gewinnen und das Underneath Passing Game limitieren, fehlt Buffalo der Nummer-1-Receiver, der ein Spiel dann an sich reißen und Coverages verändern kann.
Adrian Franke