27.08.2025
NFL 2025: Bills, Jets, Patriots, Dolphins im Check
Die AFC East bietet für die kommende Saison einige spannende Storylines. Die Buffalo Bills wollen mit Josh Allen endlich in den Super Bowl, während bei den Miami Dolphins der Druck auf Head Coach Mike Daniel wächst.

Vergangene Saison haben nur wenige Millimeter gefehlt, dass die Buffalo Bills ein einem waschechten Thriller endlich die Kansas City Chiefs bezwingen und in den Super Bowl einziehen - so aber stand die vierte Playoff-Niederlage gegen Patrick Mahomes und Co. in Serie zu Buche. Während nun das Hawk-Eye-System über neue First Downs entscheidet, werden die Ausreden für die Bills, es nicht endlich mal wieder in den Super Bowl zu schaffen, immer geringer.
Mit Josh Allen verfügen sie über einen der drei besten Quarterbacks der NFL, auch Running Back James Cook, der nun auch seinen gewünschten neuen Top-Vertrag bekommen hat, zählt zu den besten Spielern auf seiner Position.
Die Offseason wurde zudem genutzt, um die Defense zu verbessern. Neben Routiniers wie der einstige Star-Spieler Joey Bosa und der Rückkehr von Jordan Poyer kamen auch zahlreiche Youngster ins Team. First Round Pick Maxwell Hairston könnte sofort den zweiten Cornerback Spot gegenüber von Christian Benford übernehmen. Die größten Sorgen bereiten die Wide Receiver. Nach der Verletzung von Khalil Shakir fehlt die klare Nummer eins, die Hoffnungen ruhen auf den jungen Joshua Palmer und Keon Coleman - und auf die Tight Ends Dalton Kincaid und Dawson Knox. So oder so besitzt Buffalo genug Qualität, um endlich den Super Bowl zu erreichen.
Bei den Miami Dolphins geht Head Coach Mike McDaniel in seine vierte Saison. Bisher lässt sich festhalten: Wirklich besser geworden als unter Vorgänger Brian Flores ist das Franchise aus Florida nicht. Das Team lebt von seiner Star-Power wie Jaylen Waddle oder dem trotz kritischer Aussagen gebliebenen Tyreek Hill, doch dahinter fehlt es an der Qualität. Die Offensive Line ist seit Jahren eine Großbaustelle, daran ändert auch die Verpflichtung wie Larry Borom, der schon bei den Chicago Bears ein klarer Schwachpunkt gewesen ist, nichts. Erschwerend hinzukommt, dass mit Kicker Jason Sanders eine verlässliche Größe wochenlang ausfällt.
Somit liegt es nun an Quarterback Tua Tagovailoa. Also dem Hawaiianer, der seit dem NFL Draft 2020 nur einmal alle Saisonspiele absolviert hat - Stichwort: Gehirnerschütterungen. Tua muss den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen. Unterstützung braucht er aber von der Defense, die sich allerdings im Umbruch befindet und aus vielen jungen Spielern besteht. Möglicherweise kann Cornerback Rasul Douglas, der erst jüngst zum Team gekommen ist, helfen - genauso wie der aus Pittsburgh bei einem größeren Trade geholte Safety Minkah Fitzpatrick. Denn eins ist klar: Sollte Miami erneut die Playoffs verpassen, dürfte der einst als Offensivgenie gefeierte McDaniel gehen müssen, auch GM Will Grier müsste dann wohl seinen Hut nehmen.
Den Umbruch haben die New York Jets bereits eingeleitet - mal wieder, muss man an der Stelle sagen. Das Experiment mit Quarterback Aaron Rodgers (inzwischen Pittsburgh Steelers) ist krachend gescheitert und hat nicht zuletzt Head Coach Robert Saleh den Job gekostet. Mit Aaron Glenn übernimmt nun wieder ein Defense-Genie den Posten, dabei soll er den Erfolg von den Detroit Lions in den "Big Apple" bringen. Ein schneller Turnaround ist aber nicht zu erwarten. Das liegt nicht zuletzt an Quarterback Justin Fields, der bisher den Beweis schuldig geblieben ist, ein dauerhafter Starter in der NFL zu sein. Und nun in N.Y. abliefern soll.
Erschwerend für ihn kommt aber dazu, dass Qualität auf Receiver fehlt. Nur Garrett Wilson besitzt das Niveau, sich dauerhaft vom Gegner zu befreien. Somit dürfte viel über das Running-Back-Duo Breece Hall und Braelon Allen laufen. Dabei könnte die Offensive Line mit den beiden Erstrunden-Picks Olu Fashanu und Armand Membou eine echte Stärke werden. Auch die Defensive Line zählt zu den besseren Parts des Teams. Ansonsten bleibt aus Sicht der "Gang Green" zu hoffen, dass der ein oder andere Spieler den nächsten Schritt macht, um mehr als fünf Partien wie im Vorjahr zu gewinnen.
Mit einem neuen Head Coach gehen auch die New England Patriots in die neue Saison. Mit Mike Vrabel steht nicht nur ein einstiger Super-Bowl-Sieger mit den Pats an der Seitenlinie, sondern auch einer der respektiertesten Trainer der NFL. Nach seinem Aus bei den Tennessee Titans 2023 ist er nun wieder der Chef und hat einen vielversprechenden Kader zusammengestellt. Angeführt wird dieser von Quarterback Drake Maye, der bereits im vergangenen Jahr unter Beweis gestellt hat, dass er noch sehr lange die Patriots führen kann.
Die ersten vier Draft Picks wurden zudem allesamt in die Offensive investiert, mit Left Tackle Will Campbell, Running Back TreVeyon Henderson und Wide Receiver Kyle Williams scheinen die ersten drei Spieler bereits voll einzuschlagen. Zwar fällt Ja'Lynn Polk wohl die komplette Saison aus, doch mit Stefon Diggs haben die Patriots einen Star-Receiver geholt. Der 31-Jährige muss zwar nach schwerer Verletzung erst noch seine Qualität wieder nachweisen, wird aber allein schon aufgrund seines Namens besondere Bewachung genießen. Und auch um die Defense muss man sich wenig Gedanken machen, sie ist weiter stark aufgestellt, auch wenn Safety Kyle Dugger noch per Trade weggeschickt werden sollte. Daher erwartet nicht zuletzt Ex-Spieler Sebastian Vollmer ein besseres Abschneiden der Patriots.
smu