26.06.2026
Fan-Kolumne
Die Miami Dolphins können in der kommenden Saison nur überraschen. Verschiedenste Experten über alle Netzwerke erwarten das Team aus Florida auf einem der unteren fünf Plätze hinsichtlich der individuellen Qualität des Kaders. Jeff Hafley war auch nicht auf den Top-Rängen bei den neu verpflichtenden Head Coaches. Insgesamt wird den Dolphins daher nicht viel zugetraut. Diese Beschreibungen führen uns zu der Frage: Wie versuchen die Miami Dolphins aus diesem potentiellen Tal herauszukommen?

Mit Malik Willis hat das Team einen Quarterback bis einschließlich 2028 unter Vertrag und damit die Position kostengünstig bekleidet, wenn der Vertrag mit den zehn höchstdotierten Verträgen verglichen wird. Sollte Willis nicht die Lösung für die Zukunft sein, wird Sullivan die Möglichkeit haben im Draft 2027 einen Quarterback zu picken, der die Dolphins in eine erfolgreichere Zukunft führen soll. Das wiederum verlängert das Fenster mit einem günstigen Quarterback bis potentiell 2031. Mit diesen beiden Szenarien wird das Front Office viele Möglichkeiten haben den Kader aufzubauen. Wie das gelingen soll, hat uns General Manager Eric Sullivan bereits angedeutet.
Im Miami Dolphins Team Podcast gab Sullivan im Januar fünf Spieler als Schlüsselspieler an, die in der Zukunft wichtig werden könnten. Von einem dieser Spieler trennte sich das Franchise jedoch bereits: Jaylen Waddle. Dieser passt eben nicht in das Fenster, welches die Dolphins in zwei bis drei Jahren aufgestoßen haben wollen. Waddle wird dann seine beste Zeit hinter sich haben und dafür ist er für die Dolphins zu teuer. Ebenso war der Preis eines 1st und 3rd Round Picks im diesjährigen Draft zu gut als das man ihn als Team im Rebuild hätte ablehnen können.
Doch bei den anderen vier Spielern ist dies nicht der Fall: Patrick Paul, De’Von Achane, Aaron Brewer und Jordyn Brooks. Patrick Paul hat seine erste Saison als Starter hinter sich gebracht und konnte positiv auf sich aufmerksam machen. Trotz des Picks von Kadyn Proctor wird er weiterhin auf Left Tackle spielen und damit die wichtigste Position der Line bekleiden. Da Paul aber noch auf seinem Rookie Vertrag spielt und erst in der kommenden Offseason einen neuen Vertrag unterschreiben könnte ist hier nichts weiter geschehen.
Das kann bei Achane und Brewer nicht gesagt werden. Der Star-Running-Back bekam einen Vierjahresvertrag über 64 Millionen Dollar. Damit ist er aktuell mit durchschnittlich 16 Millionen Dollar pro Jahr auf Platz drei, wobei davon ausgegangen werden kann, dass Robinson und Gibbs deutlich höher dotierte Verträge unterschreiben werden, sodass Achane zu den fünf bestbezahltesten Spielern seiner Position gehört. Aufgrund seiner Leistung in den vergangenen Jahren gehört er dort hin. Was interessant ist, dass nur 27,2 Prozent des Vertrages garantiert sind. Das ist deutlich weniger als in der Spitze. Breece Hall, der kurz vor Achane unterschrieb, hat zwei Drittel des Vertrages garantiert, ebenso wie Kenneth Walker. Die Dolphins setzen auf den Running Back, aber haben sich genug Flexibilität behalten, falls der Plan des Rebuilds scheitert.
Bei Aaron Brewer hat Sullivan ebenfalls einen hoch dotierten Vertrag ausgegeben: Mit 52,5 Millionen Dollar über drei Jahre ist Brewer zum aktuellen Zeitpunkt ebenfalls Center Nummer drei hinsichtlich des jährlichen Durchschnittsgehalts. Hier musste man jedoch ungefähr 70 Prozent des gesamten Vertragsvolumens garantieren. Das ist ein geringeres Problem, da Brewer nun bis 2029 unter Vertrag ist, während Achanes' Vertrag erst in der Saison 2027 startet und er 2031 Free Agent werden würde. Der All-Pro Center unterschreibt mit 29 Jahren einen sehr guten Vertrag für ihn persönlich, aber die Dolphins haben es geschafft, dass der Vertrag von Cam Jurgens als Vergleichspunkt genommen wurde und nicht von Tyler Linderbaum. Sullivan korrigiert hier auch seinen Vorgänger Grier: Brewer hat vier Void Years in seinem Vertrag. Durch die Verlängerung ist es nur noch ein Void Year, welches vertraglich vorher schon im Buch gestanden hat. Das Void Year wurde nicht mit mehr Cap Space gefüllt.
Es fehlt nur noch Jordyn Brooks. Auch hier wird das Alter eine Rolle bei den Vertragsgesprächen spielen. Brooks ist ebenfalls 29 Jahre alt. Als Orientierung wird der Berater von Brooks den Vertrag von Azeez Al-Shahir nehmen. Die Verlängerung bei den Texans brachte dem Linebacker einen Dreijahresvertag im Wert von 54 Millionen Dollar ein, von denen fast 40 Millionen Dollar garantiert sind. Das wäre mehr als eine Verdopplung seine bisherigen Vertrages. Bis zuletzt halten sich auch die Trade-Gerüchte um Brooks hartnäckig. Sollten Sullivan und Brooks sich nicht einigen können, so kann davon ausgegangen werden, dass ein Trade unausweichlich ist, denn das Team aus Miami soll durch den Draft aufgebaut werden und da ist jeder Draft Pick noch einmal mehr Wert.

Der Versuch der Verlängerung zeigt aber, dass Sullivan ein klares Dreijahresfenster mit Willis sieht, um dieses Team aufzubauen und dabei auch Spieler wir Brewer und Brooks, die bald 30 werden wichtig sind und mit ihrer Erfahrung einen jungen Kader führen sollen.
Auch wenn die Verträge hoch dotiert sind und der Cap Space in diesem Jahr begrenzt ist, so ist der Spielraum in 2027 (aktuell über 100 Millionen Dollar Cap Space) und vor allem ab 2028 (aktuell über 200 Millionen Dollar Cap Space) gegeben. Bis dahin sollte der Kern des Teams über den Draft aufgebaut sein, sodass dann nur noch punktuell über die Free Agency Verstärkungen geholt werden muss. Das wird die Aufgabe des General Managers sein. Für Head Coach Hafley wird es wichtig sein die jungen Spieler zu entwickeln. Sollte sein Trainerteam das nicht schaffen, dann wird der Rebuild die Dolphins wieder nur ins Mittelmaß führen. Doch die ersten Monate geben Hoffnung, da ein klarer Plan erkennbar ist und dieser umgesetzt wird. Ein Kulturwechsel der bei vielen Fans Hoffnungen weckt, dass die Dolphins es diesmal wirklich hinbekommen.
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Rico Harting