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    NFL

    22.08.2026

    Saisonprognose

    Hungrige Junge und gefallene Riesen: So könnte der Titelkampf in der AFC West aussehen

    Die Preseason in der NFL ist in vollem Gange und zum ersten Mal bekommen Fans und Experten Einblicke in die Entwicklung der Teams. Immer mehr stellt sich die Frage, wie die Saisons der NFL-Teams verlaufen könnte und wer am Ende an der Spitze seiner Division steht. In der AFC West treffen junge hungrige Teams auf taumelnde Dynastien.

    Kansas City Chiefs Quarterback Patrick Mahomes (15) vor dem Spiel gegen die Jacksonville Jaguars.
    In der AFC West kippen die Kräfteverhältnisse. IMAGO/ZUMA Press Wire

    In der AFC West sah das Bild über Jahre sehr ähnlich aus. Die Kansas City Chiefs dominierten nicht nur die eigene Division, sondern auch die gesamte AFC nach belieben. Das Gespann auch Andy Reid und Patrick Mahomes terrorisierte die Divisionsrivalen und an den Chiefs war kein vorbeikommen. Doch diese Dominanz ist geschwunden. Die Broncos und Chargers sind mindestens auf Augenhöhe und konnten die Chiefs in der letzten Saison hinter sich lassen.

    Denver Broncos

    Ceiling: 12-5
    Floor: 9-8

    Die Denver Broncos kommen aus einer sehr erfolgreichen Saison, die aber in einem Schockmoment endete. Nicht nur verlor das Team aus Denver das AFC Championship Game gegen die New England Patriots, im Spiel zuvor verletzte sich auch Bo Nix. Die Rehaphase des Quarterbacks scheint aber gut verlaufen zu sein und das Team ist bereit für die Titelverteidigung in der AFC West. Neben Ergänzungen in der Defense, kam die größte Verstärkung per Trade. Beim Umbruch der Miami Dolphins griffen die Broncos ein Stück ab und konnten sich Jaylen Waddle sichern und eine große Lücke auf der Receiver-Position schließen.

    Neben einer starken Offense und einer exzellenten Offensive Line liegen die Stärken des Teams ganz klar in der Defense. Mit Pass Rusher Nick Bonnito und Pat Surtain stehen zwei der besten Defense-Spieler der NFL bei den Broncos unter Vertrag. Obwohl Denver in der vergangenen Saison viele Spiele erst in letzter Sekunde und nach Aufholjagten gewinnen konnte, ist die Qualität im Kader enorm hoch und mit etwas mehr Konzentration und klugen Entscheidungen werden die Broncos diese Saison einige Spieler schon früher für sich entscheiden können.

    Los Angeles Chargers

    Ceiling: 11-6
    Floor: 8-9

    Die Los Angeles Chargers zählen seit mehreren Jahren immer wieder zum erweiterten Favoritenkreis, konnten jedoch nie wirklich weit in den Playoffs kommen. Auch in der vergangenen Saison verhinderte besonders der Ausfall beider Starting-Tackles eine noch erfolgreichere Saison. Mit Justin Herbert haben die Chargers einen der besten Quarterbacks der NFL in den eigene Reihen, dem bisher die Unterstützung durch Receiver und O-Line fehlte, um einen großen Schritt in den Playoffs zu machen. Mit Omarion Hampton haben die Chargers bereits im Draft 2025 das Backfield extrem verstärkt, Herbert wartet aber weiterhin auf einen klaren Difference Maker auf der Receiver-Position. Ladd McConkey, Tre' Harris und Quentin Johnston konnten bisher sich nicht in die Rolle des klaren Nummer-1-Receivers spielen und der Abgang von Keenan Allen muss kompensiert werden. Die Defense rund um Starspieler Derwin James sollte weiterhin auf hohem Level spielen.

    Mit der Rückkehr von den beiden Starting-Tackles Joe Alt und Rashawn Slater dürfte Herbert eine deutlich bessere Saison erleben und viel mehr Ruhe und Zeit haben seine Receiver zu finden, die daher auch mehr Zeit haben, sich freizulaufen. Die Defense bleibt auf einem guten Niveau und in Los Angeles spricht alles für eine erfolgreiche Saison.

    Los Angeles Chargers Quarterback Justin Herbert (10) wird von den Washington Commanders gesackt.
    Justin Herbert hofft auf eine deutlich bessere Protection als in der vergangenen Saison. Jayne Kamin-Oncea-Imagn Images

    Kansas City Chiefs

    Ceiling: 10-7
    Floor: 7-10

    Bei den Kansas City Chiefs sorgte ein Spielzug zum Ende der Saison für Entsetzen. NFL-Legende Patrick Mahomes verletzte sich schwer am Knie und musste operiert werden. Die vergangene Saison entwickelte sich damit zum Albtraum für die erfolgsverwöhnten Fans. Die Chiefs landeten nur auf Platz 3 der Division, nachdem sie eine Losing-Season gespielt hatten. Während die Cheifs in der Offseason an ihrem Kader arbeiteten und sich unter anderem mit Super Bowl MVP Kenneth Walker III verstärkten, schaute alles auf die Rehaphase von Mahomes. Zudem verlor das Team durch einen Trade Star-Cornerback Trent McDuffie. Zwar bleibt Travis Kelce für ein weiteres Jahr beim Team, aber insgesamt steht Kansas City vor einer schwierigen Saison.

    Mahomes kommt von einer extrem schweren Verletzung zurück und niemand kann sagen, ob er in dieser Saison wieder der alte sein kann oder ob seine Leistung unter der Verletzung leidet. Die tragenden Säulen Kelce und Chris Jones werden nicht mehr jünger und andere Leistungsträger haben das Team verlssen. Kansas City steht vor einer weiteren herausfordernden Saison, die einen kompletten Umbruch einleiten könnte.

    Las Vegas Raiders

    Ceiling: 6-11
    Floor: 3-14

    Die Las Vegas Raiders haben einen entscheidenden Vorteil im Vergleich zu den Divisionsrivalen: Viel schlechter als in der vergangenen Saison kann es für das Team kaum laufen. Nach einer katastrophalen Spielzeit unter Geno Smith, bekamen die Raiders den First-Overall-Pick und wählten Fernando Mendoza. Der junge Quarterback von Indiana soll das zukünftige Gesicht des Franchis werden. Beginnen wird die Saison aber vermutlich Veteran Kirk Cousins. Egal, wer die Raiders auf Feld führt wird ein deutlich verbessertes Team vorfinden, denn das Team investierte ordentlich in der Offseason. Die O-Line wurde mit unter anderem Tyler Linderbaum massiv verstärkt und sollte einen viel besseren Schutz für den Spielmacher darstellen.

    Auf die Raiders kommt eine deutlich bessere Saison zu als in der vergangenen Saison. Der Kader ist durch die Ergänzungen konkurrenzfähig und kann endlich wieder gegen NFL-Teams mithalten. Allerdings wird es für das Team dennoch schwer in der Division wirklich oben mitzuspielen und gerade unter einem unerfahrenen Quarterback wie Mendoza kann es einige Zeit dauern, bis alle Rädchen ineinandergreifen.

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