02.09.2026
Wegen Vertragsgesprächen
Die Pittsburgh Steelers und Joey Porter Jr. stehen vor einem Problem. Das Team und der Athlet konnten sich immer noch nicht auf einen neuen Vertrag einigen und die Team-Regelungen verhindern ein Fortführen der Verhandlungsgespräche während der laufenden Saison. Droht den Steelers und Porter sogar der Supergau wie bei Le'Veon Bell?

Joey Porter Jr. hat sich erstmals öffentlich zu den laufenden Vertragsverhandlungen mit den Pittsburgh Steelers geäußert - und offengelassen, ob er ohne eine Verlängerung seines Rookie-Vertrags spielen würde. "Ich weiß es nicht. Ich muss darüber mit den Verantwortlichen und meinen Agenten sprechen", sagte der Cornerback.
Porter geht in das letzte Jahr seines Rookie-Vertrags und trainierte am Dienstag erstmals wieder, nachdem er von der Physically Unable to Perform List (PUP) aktiviert worden war. Eine Rückenverletzung, die er sich zu Beginn des Training Camps bei Mobility-Übungen zugezogen und verschlimmert hatte, setzte ihn bislang außer Gefecht. Ob er zum Saisonauftakt gegen die Atlanta Falcons bereit ist, wollte Porter nicht sagen. Er wolle die Situation von Tag zu Tag betrachten.
Auch über den Stand der Vertragsgespräche machte der 25-Jährige keine konkreten Angaben. Er wisse nicht, was eine Einigung derzeit verhindere und könne lediglich jeden Tag zum Training kommen und vorbereitet sein. Unterstützung erhält er dabei von seinem Vater Joey Porter Sr., der selbst für die Steelers spielte und als Coach tätig war.
Während Porters Zukunft offen ist, haben die Steelers bereits drei weitere Spieler aus seinem Draft-Jahrgang verlängert: Nick Herbig, Darnell Washington und Keeanu Benton. Porter zeigte sich erfreut über die neuen Verträge seiner ehemaligen Draft-Kollegen.
Auch Veteran Cameron Heyward steht hinter dem Cornerback und hat ihm angesichts eigener Erfahrungen mit schwierigen Vertragsverhandlungen geraten, die Situation nicht persönlich zu nehmen. "Am Ende des Tages ist es ein Geschäft. Es gibt niemanden in dieser Umkleidekabine, der Joey nicht auf dem Feld sehen will", sagte Heyward.
Diese Situation dürfte Steelers-Fans sehr bekannt vorkommen und in Unruhe versetzen. Da das Team sich strickt an die Franchise-interne Regelung hält, dass Verträge während der laufenden Saison nicht verhandelt werden, ist eine Einigung vor dem Ende der Spielzeit 2026 unwahrscheinlich.
Das erinnert stark an einen Fall vor einigen Jahren, der als absolute Katastrophe für alle Beteiligten endete. Le'Veon Bell wurde 2013 von den Steelers in der zweiten Runde des Drafts gewählt und entwickelte sich schnell zu einem der besten Running Backs der Liga. In den ersten fünf Jahren beim Team erzielte er dreimal über 1000 Yards und war neben Ben Roethlisberger das Herzstück der Offense.

Doch nach der Saison 2017 kam es zur Auseinandersetzung mit dem Team. Beide Parteien arbeiteten an einem neuen Vertrag für den Star-Running-Back, doch es konnte keine Einigung erzielt werden. Die Steelers nutzten daher zum zweiten Mal in Folge den Franchise Tag. Bell war daraufhin so erbost und sah keinen anderen Weg, als den Tag nicht zu unterschreiben und die gesamte Saison 2018 auszusetzen, um Druck auf die Steelers aufzubauen und sie zum Einlenken zu zwingen.
Doch das Franchise blieb standhaft und verhandelte nicht mit dem aussetzenden Playmaker. Nach der Saison verließ Bell als Free Agent die Steelers und unterschrieb bei den New York Jets. Doch Bells Pause hatte Spuren hinterlassen. Zwar erzielte er in seiner ersten Saison in New York noch einmal knapp 800 Yards, fiel daraufhin aber in eine große Formkrise. Auch Stationen bei den Kansas City Chiefs, den Baltimore Ravens und den Tampa Bay Buccaneers konnten seine Karriere nicht mehr retten.
Damit wurde die Entscheidung von Bell, auszusetzen, zum Lose-lose-Geschäft für alle. Die Steelers mussten einen Starspieler abgeben und konnten nicht einmal per Trade noch etwas im Gegenzug erhalten. Bell verlor durch das Jahr Pause den Anschluss an die Liga und wurde nie wieder der Alte. Und die Jets investierten noch einmal viel Geld in einen Spieler, der nicht mal ansatzweise das liefern konnte, wofür er verpflichtet worden war.
Die Steelers und Porter Jr. wollen so eine Situation unbedingt vermeiden. Es kommt jedoch immer wieder dazu, dass Spieler zumindest einen Teil der Saison aussetzen, um einen neuen Vertrag zu erzwingen. Sollte Porter Jr. der gleichen Strategie folgen, könnte das in einem Le'Veon-Bell-Drama enden.
nhu