30.04.2026
Super-Bowl-Traum
Jedes Jahr verfolgen alle NFL-Teams dasselbe Ziel: den Einzug in den Super Bowl und am Ende das Hochstrecken der Vince Lombardi Trophy. Die Realität sieht jedoch anders aus, denn für mehr als die Hälfte der Liga endet dieser Traum bereits, bevor die Playoffs überhaupt begonnen haben. Umso spannender ist der Blick auf die Teams, die in der Vorsaison zu den schwächsten gehörten: Wer hat die beste Offseason hingelegt und sich damit vielleicht in Position gebracht, im kommenden Jahr um den Titel mitzuspielen?

Nach Free Agency und Draft sind die Kader der 32 NFL-Teams größtenteils geformt, auch wenn noch einige interessante Namen auf dem Markt verfügbar sind. Während sich die klaren Favoriten langsam herauskristallisieren, gibt es auch Teams aus dem unteren Tabellenbereich der Vorsaison, die gezielt daran gearbeitet haben, nicht erneut in den Top 10 zu picken, sondern den Sprung in die Playoffs zu schaffen.
Die zehn schwächsten Teams der vergangenen Saison waren in dieser Reihenfolge: die Las Vegas Raiders, die New York Jets, die Arizona Cardinals, die Tennessee Titans, die New York Giants, die Cleveland Browns, die Washington Commanders, die New Orleans Saints, die Kansas City Chiefs und die Cincinnati Bengals. Aber welche dieser Organisationen hat nächstes Jahr die besten Chancen, wieder ganz oben mitzuspielen?
Die naheliegendste Antwort ist klar: die Kansas City Chiefs. Auch wenn die vergangene Saison alles andere als normal verlief, war sie eher als Ausnahme von der Regel innerhalb der Ära von Patrick Mahomes zu sehen. Sollte der mehrfache MVP zum Saisonstart fit sein und sich vollständig von seinem Kreuzbandriss erholt haben, ist mit Kansas City wieder zu rechnen.
Trotz der Abgänge von Trent McDuffie sowie weiteren Spielern aus der Secondary wie Jaylen Watson und Bryan Cook haben die Chiefs im Draft reagiert. Mit Mansoor Delane kam der vermutlich beste Cornerback des Drafts, zusätzlich wurde die Defensive Line mit R Mason Thomas und Peter Woods verstärkt.
Solange Mahomes das Team anführt und mit Andy Reid und Steve Spagnuolo zwei absolute Top-Coaches an der Seitenlinie stehen, bleibt dieses Team ein ernstzunehmender Contender. Auch mit Travis Kelce, der sich in seiner letzten Saison befinden könnte, ist Kansas City weiterhin brandgefährlich.
Auch die Cincinnati Bengals gehören zu den Teams, die einen deutlichen Schritt nach vorne machen könnten. Rund um Joe Burrow war die Offense bereits stark, doch die Defense stellte das große Problem dar. Genau dort haben die Bengals angesetzt.
Mit dem Trade für Dexter Lawrence holten sie einen absoluten Difference Maker in die Defensive Line. Dazu kamen in der Free Agency mit Boye Mafe und Jonathan Allen zwei weitere wichtige Verstärkungen. In der Secondary wurde mit Bryan Cook zusätzliche Erfahrung nach Ohio geholt.
Auch im Draft wurde weiter investiert. Neben Lawrence kam mit Cashius Howell ein explosiver Edge Rusher, zudem wurde die Secondary verstärkt und die Offensive Line verbessert. Mit einer funktionierenden Offensive rund um Burrow, Ja’Marr Chase und Tee Higgins sowie einer deutlich verbesserten Defense sind die Bengals ein Team, mit dem man rechnen muss.
Auch die Situation in der Division spielt ihnen in die Karten, da mehrere Konkurrenten aktuell mit Unsicherheiten oder Umbrüchen zu kämpfen haben. Die Bengals sind das einzige Team der AFC North, das ohne neuen Head Coach in die kommende Saison geht.

Die New Orleans Saints könnten ebenfalls einen großen Sprung machen. Mit Tyler Shough hatten sie in der vergangenen Saison einen Rookie-Quarterback, der vor allem gegen Ende stark aufspielte. Sollte er in Jahr zwei den nächsten Schritt machen, haben die Saints eine vielversprechende Grundlage. Im Draft holten sie mit Jordyn Tyson für viele den besten Receiver des Jahrgangs. Zusammen mit Chris Olave ergibt sich ein spannendes Duo. Zusätzlich bringt Bryce Lance als weiterer Receiver viel Geschwindigkeit mit.
Auch in der Free Agency wurde die Offense verstärkt. Guard David Edwards stabilisiert die Offensive Line, während Running Back Travis Etienne dem Laufspiel mehr Explosivität gibt.
Mit einem verbesserten Supporting Cast für Shough und zusätzlichen defensiven Verstärkungen könnten die Saints in ihrer Division eine wichtige Rolle spielen.
Ähnliches gilt für die Tennessee Titans. Mit Cam Ward, dem First Overall Pick des Vorjahres, haben sie einen Quarterback, der sein Potenzial bereits angedeutet hat. Im Draft bekam Ward mit Carnell Tate eine neue Top-Anspielstation. Zusätzlich wurde mit Wan’Dale Robinson ein weiterer Receiver in der Free Agency verpflichtet.
Mit Robert Saleh als neuem Head Coach wurde zudem die defensive Basis deutlich gestärkt. Die Titans investierten sowohl über Trades als auch in der Free Agency stark in ihre Defense. Jermaine Johnson II kam per Trade, John Franklin-Myers verstärkt ebenfalls die Line, während mit Cordale Flott und Alontae Taylor die Secondary verbessert wurde.
Mit Spielern wie Jeffery Simmons im Kader und einer insgesamt deutlich verbesserten Struktur könnten die Titans in einer offenen Division überraschen.

Die New York Giants runden diese Liste ab. Auch sie profitieren davon, im Vorjahr mit Jaxson Dart einen Quarterback gedraftet zu haben, der sein Potenzial bereits gezeigt hat. Mit dem neuen Head Coach John Harbaugh und zahlreichen Moves in der Free Agency haben die Giants einen klaren Umbruch eingeleitet. Die Offensive wurde mit Receivern wie Darnell Mooney und Calvin Austin verstärkt, während wichtige Spieler in der Offensive Line gehalten wurden.
Defensiv kamen mit Tremaine Edmunds und A’Darius Washington weitere Bausteine hinzu. Durch den Trade von Dexter Lawrence verfügten die Giants zudem über zwei Top-10-Picks und holten mit Arvell Reese und Francis Mauigoa sofortige Starter.
Zusätzlich wurden mit Colton Hood und Malachi Fields weitere Talente im Draft verpflichtet. Sollte sich der Quarterback weiterentwickeln und Spieler wie Malik Nabers und Cam Skattebo nach ihren schweren Verletzungen zur alten Form zurückkehren, könnte das Team vom "Big Apple" einen großen Sprung machen.
Mehrere der schwächsten Teams der vergangenen Saison haben ihre Offseason gezielt genutzt, um ihre größten Baustellen zu adressieren. Während die Chiefs und Bengals von ihren etablierten Star-Quarterbacks profitieren und sich gezielt verstärkt haben, setzen Teams wie die Saints, Titans und Giants auf die Entwicklung junger Quarterbacks und neue Strukturen.
Ob eines dieser Teams tatsächlich den Sprung zum Super-Bowl-Contender schafft, wird sich erst im Laufe der Saison zeigen. Klar ist jedoch schon jetzt: Einige dieser Franchises haben die Grundlage gelegt, um deutlich gefährlicher zu werden als noch im vergangenen Jahr.
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