09.04.2026
Junge Stars
Es ist das große Event in der Offseason der NFL. Der NFL Draft ist eines der größten Highlights in der Pause der amerikanischen Sportliga und wird von vielen Fans und Experten sehnsüchtig erwartet. Und das zu Recht. Denn der Draft ist der Schlüssel zum Erfolg für jedes NFL-Franchise.

In wenigen Wochen heißt es wieder: Der Draft ist eröffnet und das erste Team ist "on the clock". Damit startet der Draft 2026 und alle Teams versuchen ihren Kader bestmöglich mit Spielern aus dem College-Football zu verstärken. Dabei sollten dem Team keine Fehler unterlaufen, denn wie ein Draft für ein Team läuft, kann die Leistung des Teams über Jahre hinweg beeinflussen und der entscheidende Faktor zum Erfolg sein.
In der NFL spielen Teamdynamik, Vorbereitung und taktische Ausrichtung eine große Rolle. Doch am Ende sind es die Spieler, die all das auf dem Platz umsetzen müssen und hierbei sind es die Stars eines Teams, die wirklich den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage machen können. An Stars in der NFL zu kommen ist extrem schwierig. In der Free Agency kommen Stars häufig erst im höheren Alter auf den Markt und sind dazu nicht billig.
Eine bessere Variante ist der NFL-Draft. Hier können die Franchises ihre neuen Superstars direkt aus dem College holen. Die Spieler kommen meist in ihren frühen Zwanzigern in die NFL und können lange bei ihrem Franchise spielen. Der Draft ist also die beste Möglichkeit, um günstig an extrem talentierte junge Starspieler zu kommen, die ein Franchise lange tragen können. Diese Difference-Maker können teilweise zehn bis 15 Jahre die Leistung des Teams auf ein neues Level heben und für erfolgreiche Zeiten des Franchises sorgen.
Da es nur selten zu Trades von absoluten Stammspielern kommt, können diese nur in der Free Agency von einem anderen Team verpflichtet werden. Und das ist sehr teuer, denn die Spieler wissen um ihren Wert und versuchen den besten Vertrag von einem der 32 NFL-Teams zu bekommen. Also müssen die Teams tief in die Tasche greifen, um einen Starspieler an Land zu ziehen. Selbst Kaderspieler möchten im Laufe ihrer Karriere bessere Verträge bekommen und werden damit immer teurer für das Franchise.
Im Draft können die Teams mit jungen und hungrigen Spielern nachlegen. Besonders in den Runden nach den ersten beiden Runden können die Teams für einen günstigen Preis Starter ins Team holen, die für mindestens vier Jahre bei dem Team als Stammspieler fungieren können, ohne zu sehr ins Geld zu gehen. Das ist besonders wichtig mit Blick auf den Salary Cap. Die Gehaltsobergrenze in der NFL zwingt Teams dazu günstige Lösungen auf einigen Positionen zu finden. Wenn ein Team sich im Draft mit vielen Stammspielern verstärken kann, bleibt im Gegenzug mehr Gehalt übrig, um einen großen Star ins Team zu holen.
Sie verändern die Teamchemie. Denn Rookies haben noch nichts in der NFL erreicht und kommen daher häufig mit einem großen Erfolgshunger in einen Kader, der sich auf das gesamte Team übertragen kann.
Während von den Spielern aus den ersten Runden erwartet wird, dass sie Starspieler oder zumindest Stammspieler bei ihrem NFL-Team werden, gelten gedraftete Spieler aus den späteren Runden meistens eher als Ersatzspieler. Doch auch in diesen Runden lassen sich immer wieder absolute Starspieler finden, die ihr Team extrem verstärken. Egal ob Tom Brady, Brock Purdy oder Puka Nacua: Sie alle sind zu Stars in der NFL geworden und das, obwohl sie erst in den späteren Runden gewählt wurden. Ein perfekter Draft kann also dazu führen, dass ein Team nicht nur einen Star aus der ersten oder zweiten Runde ins Team holt, sondern noch ein bis zwei weitere in den späteren Runden findet und so das Team durch nur einen Draft auf ein ganz neues Level hebt.
Während es in der NFL fast immer um den Erfolg in der Gegenwart geht, dreht sich beim Draft alles um den Erfolg in der Zukunft. Beim Draft versuchen die Teams die Stars von morgen zu ergattern und auf Positionen nachzurüsten, auf denen sie den Verlust eines Topspielers erwarten, beispielsweise weil er künftig einen Vertrag verlangen könnte, den sich das Team nicht leisten kann. Daher investieren kluge Teams immer mit Blick in die Zukunft in ihr Team, um den langfristigen Erfolg des Franchises zu garantieren. Mit guten Drafts kann ein Team sich über Jahre an der Spitze der NFL halten, da die Gehaltsobergrenze seltener zum Problem wird, wenn durch gute Draftpicks immer neue und junge Stars nachrücken und ältere Spieler nicht überbezahlt werden müssen.
Dass erfolgreiche Draftklassen über Jahre hinweg den Erfolg eines Teams sichern können, zeigt ein Blick auf einige der dominantesten Franchises der vergangenen Jahre. Die Kansas City Chiefs bauten ihre moderne Erfolgsära maßgeblich über den Draft auf. Mit Patrick Mahomes, Chris Jones und Travis Kelce stammen gleich mehrere Schlüsselspieler aus eigenen Draftpicks. Sie bilden bis heute das Fundament des Teams und machten Kansas City zu einem der erfolgreichsten Teams der letzten Jahre mit insgesamt drei Super-Bowl-Siegen in den letzten sieben Jahren.

Ein weiteres Beispiel sind die Philadelphia Eagles, die ihren Kader rund um junge Spieler wie Jalen Hurts, DeVonta Smith und Jordan Davis aufbauten. Ergänzt durch gezielte Verpflichtungen in der Free Agency entwickelte sich daraus ein Team, das dauerhaft zu den stärksten Mannschaften der NFC gehört und bei zwei Super-Bowl-Teilnahmen einen Gewinn der Vince-Lombardi-Trophy feiern konnte.
Auch die San Francisco 49ers zeigen, wie wichtig erfolgreiche Draftklassen sind. Spieler wie Nick Bosa, George Kittle oder Brock Purdy wurden selbst gedraftet und entwickelten sich zu tragenden Säulen eines Teams, das regelmäßig um den Super Bowl mitspielt. Auch der diesjährige Super-Bowl-Champion Seattle Seahawks verstärkte sich über die letzten Jahre exzellent durch den Draft und Spieler wie Jaxon Smith-Njigba, Devon Witherspoon und Nick Emmanwori spielten entscheidende Rollen auf dem Weg zum großen Erfolg.
Mehr zu den besten Spielern im NFL Draft 2026:
>> Das sind die fünf besten Wide Receiver der Draft-Klasse
>> Ein deutscher Hoffnungsträger im Fokus: Die besten Tight Ends dieser Draft-Klasse
>> Das sind die fünf besten Quarterbacks der Draft-Klasse
>> Die Zukunft der NFL: Das sind die Top-50-Talente des anstehenden Drafts
>> Lockdown oder Bust: Die besten Cornerbacks im NFL Draft 2026
nhu