vor 10 Stunden
Week 4 im Überblick
Week 4 der NFL hat mit einem Nervenkrimi begonnen: Die Cleveland Browns bezwangen die Pittsburgh Steelers im Thursday Night Game mit 27:24. Am Sonntag ging es in den meisten Partien hin und her und viele Spiele wurden erst in den letzten Minuten entschieden. Neben vielen beeindruckenden Siegen setzten sich auch die 49ers, Chiefs und Vikings durch, die damit alle bei 4-0 stehen.

Pittsburgh erwischte zunächst den besseren Start und führte nach einem 78-Yard-Drive früh mit 7:0. Cleveland antwortete im zweiten Viertel jedoch mit einer wahren Explosion: Drei Touchdowns binnen weniger Minuten - unter anderem durch Jaleel McLaughlin und Harold Fannin Jr. - brachten die Browns bis zur Pause auf 21:10.
Pittsburgh kämpfte sich im vierten Viertel zurück und glich durch einen Touchdown-Pass von Aaron Rodgers auf Pat Freiermuth sowie eine erfolgreiche Two-Point-Conversion per QB-Sneak zum 24:24 aus. Die Browns ließen sich davon jedoch nicht beirren: Quarterback Deshaun Watson führte die Offense in der Schlussphase noch einmal in Reichweite, ehe Szmyt mit seinem Career-Long-Kick für die Entscheidung sorgte. Ein Interception von Safety Grant Delpit in der letzten Sekunde besiegelte den Sieg endgültig.
Cleveland steht damit erstmals seit 2021 bei einer 3:1-Bilanz und gewann bereits das achte Thursday Night Game in Folge - ligaweit die längste aktive Serie. Pittsburgh fällt auf 2:2 zurück.
Die Indianapolis Colts haben einen völlig misslungenen Start in London noch in einen deutlichen 30:13-Sieg gegen die Washington Commanders verwandelt. Indianapolis leistete sich früh einen kuriosen Fumble von Daniel Jones und anschließend eine Interception, Washington machte aus den beiden Ballgewinnen aber lediglich sechs Punkte. Zusätzlich verloren die Commanders Marcus Mariota mit einer Knieverletzung, nachdem bereits Jayden Daniels für die Partie ausgefallen war. Dadurch musste Siebtrunden-Rookie Athan Kaliakmanis unerwartet übernehmen.
Angeführt von Jonathan Taylor, der zwei Rushing Touchdowns erzielte, übernahmen die Colts anschließend zunehmend die Kontrolle. Aus dem frühen 0:6 wurde eine 17:6-Führung. Kaliakmanis brachte Washington mit einem 47-Yard-Touchdown-Pass auf Treylon Burks noch einmal auf 13:17 heran, doch Indianapolis antwortete. Daniel Jones erzielte im Schlussviertel selbst einen Rushing Touchdown, die Colts ließen nichts mehr anbrennen und machten aus einem chaotischen Beginn am Ende einen souveränen 30:13-Erfolg.
Die New York Giants gewinnen ihr drittes Spiel diese Saison und das zweite mit Jameis Winston. Während das Team aus New York in der vergangenen Woche keinen einzigen Touchdown erzielen konnte, entwickelte sich das Spiel gegen die Cardinals zur Winston-Masterclass. Drei Passing Touchdowns, aber auch zwei wahnsinnige Interceptions beschreiben den Giants-QB besser als alles andere.
Doch der Sieg war am Ende in großer Gefahr. Beim Stand von 30:24 und wenigen Sekunden zu spielen fanden sich die Cardinals in der Redzone der Giants wieder und arbeiteten sich bis kurz vor die Endzone. Doch die Defense der Giants hielt dem enormen Druck stand und Deonte Banks fing den letzten Pass beim 4th Down ab und trug ihn über das gesamte Feld zurück und joggte bei auslaufender Uhr in die gegnerische Endzone.
Die New England Patriots standen nach dem schwachen Saisonstart vor einer absoluten Herkulesaufgabe. Das Team musste auswärts im neuen Stadion gegen die noch ungeschlagenen Buffalo Bills ran. Im Spiel ging es hin und her und beide Quarterbacks zeigten Stärken und Schwächen. Doch Maye präsentierte sich deutlich besser, als in den letzten Spielen und führte seine Offense immer wieder stark über das Feld.
Kurz vor Schluss warf Maye einen herausragenden Pass in die Endzone. Den Ball fing Efton Chism III in der Endzone mit einer Hand und brachte die Patriots in Führung. Doch Allen bekam noch einmal den Ball und wollte den Sieg an sich reißen. Im unterlief jedoch ein folgenschwerer Fehler und ein tiefer Pass wurde abgefangen und bescherte den Patriots einen enorm wichtigen Sieg.
Für die Chicago Bears stellte sich lange die Frage, welcher Quarterback Caleb Williams in diesem Spiel vertreten sollte. Am Ende durfte Tyson Bagent ran und holte mit den Bears einen unspektakulären aber wichtigen Sieg. Running Back Kyle Monangai stach dabei besonders heraus. Das Laufspiel über den Ballträger funktionierte herausragend und Monangai erzielte am Boden 146 Yards und zwei Touchdowns.
Enttäuschend war dagegen der Auftritt der New York Jets. Nach einigen guten Auftritten in den vergangenen Wochen, tat sich die Offense extrem schwer und lieferte kaum vernünftige Drives. Ein Highlight gab es dennoch für alle Jets-Fans. Nach 637 Tagen konnte die Jets-Defense endlich wieder eine Interception erzielen und den langen Fluch brechen.
Ausgerechnet im Texas-Duell sollte für Houston endlich der Knoten platzen. Nach einem 0-3-Start standen die Texans gehörig unter Druck. Gegen die Dallas Cowboys musste der erste Sieg her. Nach einem Spiel, in dem es hin und her ging, erzielten die Texans spät im letzten Viertel den Touchdown zur Führung.
Doch die Cowboys bekam noch einmal den Ball und Prescott zeigte seine ganze Qualität. Er führte seine Offense über das Feld, bediente seine Receiver und fand mit nur noch 40 Sekunden Restspielzeit CeeDee Lamb in der Endzone zum Game-Winning-Touchdown. Während die Cowboys sich auf 2-2 retten, steckt Houston nun tief in der Krise und muss sich nach dem nun 0-4-Start mit eigener Kraft aus dem Schlamassel ziehen.
Die L.A. Rams haben trotz eines lange fehlerhaften Auftritts von Matthew Stafford noch mit 24:20 bei den Philadelphia Eagles gewonnen. Zwei Interceptions und ein Zehn-Punkte-Rückstand zur Pause schienen die frühe Krise der Rams zunächst weiter zu verschärfen.
Philadelphia konnte seine starke Ausgangslage jedoch nicht nutzen. Ohne den früh verletzten Saquon Barkley blieb die Offense nach der Pause punktlos und verwandelte keinen ihrer zwölf Third Downs.
Die Rams-Defense hielt Los Angeles im Spiel, ehe Kyren Williams mit zwei späten Touchdowns die Wende vollendete. Beide Teams stehen damit nach vier Spielen bei einer Bilanz von 2-2.
Die Green Bay Packers haben sich mit einem mühsamen 17:14 bei den Tampa Bay Buccaneers zu einer ausgeglichenen Bilanz gerettet. Jordan Love warf zwei Touchdown-Pässe, wirklich absetzen konnte sich Green Bay gegen das bislang sieglose Tampa jedoch nie.
Ohne den verletzten Baker Mayfield erhielt Undrafted Rookie Jalon Daniels seinen ersten NFL-Start. Zwei frühe Interceptions schadeten den Buccaneers, dennoch bekam der Rookie dank einer starken Defense spät noch die Chance auf den überraschenden Ausgleich.
Green Bays Defense stoppte den letzten Angriff jedoch und sicherte damit einen wenig überzeugenden, aber wichtigen Erfolg. Die Packers stehen nun bei 2-2, während Tampa Bay als letztes siegloses Team der NFC auf 0-4 abrutscht.
Die Baltimore Ravens haben ihren 24:18-Erfolg gegen die Tennessee Titans teuer bezahlt. Lamar Jackson führte sein Team zunächst zu einer klaren Pausenführung, konnte nach einer Knöchelverletzung in der zweiten Hälfte jedoch nicht mehr weiterspielen.
Mit Ersatzmann Tyler Huntley blieb Baltimores Offense nach der Pause vollständig ohne Punkte. Die zuvor fehleranfälligen Titans kamen dadurch noch einmal heran und verwandelten eine lange entschiedene wirkende Partie in eine unerwartete Zitterpartie.
Erst ein gesicherter Onside Kick beendete Tennessees späten Comeback-Versuch. Baltimore verbesserte sich auf 3-1, muss nun aber um Jackson bangen; die Titans starteten derweil zum zweiten Jahr in Folge mit vier Niederlagen.
Die Jacksonville Jaguars haben sich mit einem 22:17 bei den Cincinnati Bengals endgültig als eines der stärksten Teams der bisherigen Saison etabliert. Trevor Lawrence spielte nahezu fehlerfrei, während die Jaguars-Defense Joe Burrow trotz dessen 428 Passing Yards zweimal abfing.
Cincinnati verlor im Laufe der Partie zudem Ja’Marr Chase mit einer Gehirnerschütterung. Dennoch erhielten die Bengals spät noch die Chance auf den Sieg, brachten ihren letzten Angriff gegen Jacksonvilles opportunistische Defense aber nicht zu Ende.
Die Jaguars gewannen damit erstmals mit Lawrence gegen Burrow und verbesserten sich auf 3-1. Cincinnati steht nach der zweiten knappen Niederlage in Folge nur noch bei 2-2.
Die Minnesota Vikings schlugen die Miami Dolphins und erzielten zum ersten Mal in der laufenden Saison mehr als 250 Yards durch die Offense. Trotzdem können die Vikings mit ihrem offensiven Output kaum zufrieden sein. Denn das Team erzielte keinen einzigen Touchdown - alle 15 Punkte kamen durch Field Goal.
Für den Sieg reichte das aber dennoch. Denn die Vikings kontrollierten mit über 39 Minuten Time of Posession die Uhr und ließen defensiv fast überhaupt nichts zu. Gerade gegen die schwache Dolphins-Offense zeigte sich das Team extrem stark und konnte so den Sieg einfahren und ist damit immer noch ungeschlagen in der laufenden Saison.
Im Spitzenduell in der AFC West trafen in Las Vegas zwei 3-0-Teams aufeinander. Die ungeschlagenen Chiefs nahmen es mit den ungeschlagenen Raiders auf und es war klar, dass mit großer Wahrscheinlichkeit, ein Team die erste Niederlage hinnehmen muss und den ersten Zweikampf um die Spitzenposition in der Division verliert.
Während die ersten drei Quarter eher lowscoring waren, erwachte die Offenses im letzten Quarter zum Leben. Chiefs und Raiders lieferten sich im vierten Spielviertel einen offensiven Schlagabtausch, den die Chiefs mit 20:14 für sich entscheiden konnten und somit auch das Spiel gewannen. Ein letzter Game-Winning-Drive von den Raiders wurde durch die Chiefs-Defense gestoppt und bescherte dem Team den Sieg und die Spitzenposition in der AFC West.
Die Seattle Seahawks haben einen wilden Schlagabtausch bei den Los Angeles Chargers mit 30:27 für sich entschieden. Seattle führte zwischenzeitlich bereits mit 27:6, ehe Los Angeles im Schlussviertel eine Aufholjagd startete. Justin Herbert erwischte mit 189 Passing Yards, einem Touchdown und zwei Interceptions einen schwierigen Abend, während Sam Darnold zwei Touchdown-Pässe warf.
Die Chargers kämpften sich bis auf ein 23:30 heran und bekam rund vier Minuten vor Schluss den Ball an der eigenen 5-Yard Linie. Herbert hielt sein Team mit einer spektakulären 4th-Down-Conversion und einem rund 50 Yards langen Pass auf Quentin Johnston im Spiel. Am Ende sorgte jedoch ein Fumble von Herbert für die Entscheidung. Insgesamt wurden 27 Strafen für 245 Yards ausgesprochen, womit der Saisonhöchstwert eingestellt wurde. Seattle brachte den knappen Sieg anschließend über die Zeit.
Beim Spiel der San Francisco 49ers gegen die Denver Broncos sah alles erst nach einem gähnend langweiligen Spiel aus. In der ersten Halbzeit dominierten die Defenses und zur Halbzeit hatten beide Teams genauso viele Punkte erzielt, wie Punts gekickt. 6 Punkte insgesamt und 6 Punts.
Doch die zweite Hälfte entwickelte sich zu einem sehr unterhaltsamen Football-Spiel. Während der Beginn noch etwas schleppend war, drehten im letzten Quarter beide Offenses komplett auf und es ging hin und her. Dabei hatten die 49ers immer die Nase etwas weiter vorne und sicherten sich durch ein vergebenes Field Goal der Broncos am Ende den Sieg. Damit steht das Team aus der Bay Area nun bei 4-0 und hat einen der besten Saisonstarts der Franchise-Geschichte hingelegt.

Die Carolina Panthers haben die Detroit Lions überraschend mit 32:26 geschlagen. Bryce Young überzeugte mit 329 Passing Yards und zwei Touchdowns, während Tetairoa McMillan mit 14 Receptions für 192 Yards und zwei Scores zum Matchwinner wurde.
Detroit blieb dank 412 Passing Yards von Jared Goff bis zum Schluss im Spiel. Die Panthers brachten ihren Vorsprung jedoch über die Zeit und verbesserten ihre Bilanz auf 2-2.
20 Jahre nach einem der bedeutendsten Spiele der Franchise-Geschichte kehren die Atlanta Falcons für Monday Night Football in den Superdome zurück. Am 25. September 2006 feierte New Orleans nach Hurrikan Katrina mit einem 23:3 gegen Atlanta seine emotionale Rückkehr ins eigene Stadion. Nun treffen die beiden NFC-South-Rivalen mit einer Bilanz von jeweils 1-2 erneut an einem Montagabend in New Orleans aufeinander.
Sportlich treffen dabei unterschiedliche offensive Stärken aufeinander. Die Saints produzieren bislang 382,7 Yards und 27,0 Punkte pro Spiel, während Atlanta mit 173,0 Rushing Yards pro Partie das zweitbeste Laufspiel der NFL stellt. Im Mittelpunkt steht Bijan Robinson, der nach drei Wochen mit 467 Scrimmage Yards die Liga anführt. New Orleans muss dagegen vor allem die Fehler aus dem 27:35 gegen Las Vegas abstellen, als alle vier Drives im Schlussviertel mit einem Turnover endeten.
Atlanta reist nach dem deutlichen 35:14-Erfolg in Green Bay mit seinem ersten Saisonsieg im Rücken an, muss defensiv allerdings auf A.J. Terrell Jr. verzichten. Der Cornerback steht wegen seiner Leistenverletzung auf Injured Reserve, C.J. Henderson wird auf der aktuellen Depth Chart als Starter geführt. Für zusätzliche Brisanz sorgt die jüngere Geschichte der Rivalität: New Orleans verlor beide Duelle mit Atlanta in der vergangenen Saison.
nkr